Nach einer wahren Begebenheit: Leonardo DiCaprio spielt den Betrüger Frank Abagnale jr, der vor seinem 19. Geburtstag bereits als Pilot, Arzt und Anwalt tätig war, obwohl er nie eine richtige Ausbildung hatte. Mit Hilfe von gefälschten Checks hielt sich Abagnale jahrelang über Wasser, bis schließlich der überaus ehrgeizige Ermittler Carl Hanratty, gespielt von Tom Hanks, die Jagd auf ihn eröffnet.
Stephen Spielberg versuchte dann wohl auch noch mal zum bonbonfarbenen, amüsanten und sympathischen Kino der 60er Jahre zurückzukehren und nimmt sich als Vorlage die Biografie von Frank Abagnale jr, einem der trickreichsten Betrüger überhaupt und alles in allem gelingt die sympathische Komödie auch, wobei vor allem Spielbergs Inszenierung sehr stark geworden ist. Mit Leichtigkeit inszeniert Spielberg diese amüsante Komödie und hält den schnellen und bekömmlichen Fluss der Handlung die ganze Zeit über aufrecht, versäumt es dabei aber nicht, die Charaktere sauber zu konstruieren und den Vater-Sohn-Konflikt der Hauptfigur gut und ausführlich darzustellen. Wie schon bei "Jurassic Park", "Jäger des verlorenen Schatzes" und "Der weiße Hai" legt er permanent an Tempo zu und steigert dabei geschickt die Spannung, zumal die Ermittler der durchaus sympathischen Hauptfigur immer näher kommen. Auch dramaturgisch ist der Film stark aufgebaut und wird zum Ende hin zunehmend emotionaler. Vielleicht hätte der Film noch ein paar Gags mehr und vielleicht ein bisschen auflockernde Action vertragen können, aber alles in allem gelingt Spielberg mal wieder ganz starkes Unterhaltungskino. Neben diesem hohen Unterhaltungswert hat der Film aber auch einen hohen Nostalgie-Wert, da es Spielberg tatsächlich hervorragend gelingt an das Kino der 60er anzuknüpfen. Die Musik ist schön nostalgisch und mit John Williams hat Spielberg natürlich genau den richtigen Komponisten im Boot gehabt, schließlich war dieser bereits in den 60ern aktiv und komponierte bisher die Soundtracks zu nahezu allen Spielberg-Produktionen. Die Kulisse ist schön bunt und hat durch ständige Ortswechsel einen hohen Schauwert. Alles in allem eine hervorragende Inszenierung mit hohem Unterhaltungs- und Nostalgiewert, bei dem einem der Stil der 60er förmlich ins Gesicht springt.
Die Story ist ebenfalls gelungen. Man beschränkt sich bei dem Katz- und Mausspiel der Hauptfiguren auf das Wesentliche, womit Spielberg bei seiner Inszenierung den schnellen Fluss aufrechterhalten kann. Darüber hinaus gibt man sich bei der Charakterkonstruktion alle Mühe und stellt damit sicher, dass man als Zuschauer noch besser in den Film kommt und emotional beteiligt wird, zumal der Betrüger als überaus sympathisch dargestellt wird. Die Handlung an sich ist ebenfalls sehr gut zusammengefasst und auf die Leinwandgebracht, womit die die interessante Materie für den Zuschauer sehr ansprechend bleibt. Hinzu kommen noch die, teilweise lustigen, teilweise vielschichtigen Dialoge und damit ist die Story auf jeden Fall gelungen.
Tom Hanks gehört auf jeden Fall zu den vielseitigsten Darstellern Hollywoods, ob als Soldat in "Der Soldat James Ryan", als AIDS-kranker Homosexueller in "Philadelphia", als geistig Zurückgebliebener in "Forrest Gump" oder als Astronaut in "Apollo 13", Hanks kann einfach alles und spielt immer hervorragend und so brilliert er auch in der Rolle des ehrgeizigen und scharfsinnigen Ermittlers in "Catch me if you can". Mit seinem einzigartigen Humor bringt er zudem ein paar Lacher und liefert sich ein heißes Duell mit Leonardo DiCaprio. DiCaprio, der nach seinem spektakulären Durchbruch mit "Titanic" in eher mittelmäßigen Filmen wie "The Beach" oder "Der Mann mit der eisernen Maske" zu sehen war, zeigt, dass er wirklich ein guter Charakter-Darsteller ist und sich nicht unbedingt hinter seinem Sunnyboy-Image und seinem Teeniestar-Status verstecken muss. Mit einer rundum gelungenen und sympathischen Darstellung kann er sowohl in den ernsten Momenten mit seinem Vater, als auch in den lustigen Szenen voll und ganz überzeugen und mit "Aviator", "Departed" und "Blood Diamond" konnte er auch in seinen nächsten drei Filmen sein Talent unter Beweis stellen. Christopher Walken blüht nach ein paar belanglosen Nebenrollen in diversen Komödien und B-Movies noch einmal voll auf und bringt eine überaus emotionale und eindringliche Vorstellung auf die Leinwand, für die er vollkommen zu Recht eine Oscar-Nominierung erhielt und auch Martin Sheen spielt beachtlich gut, genauso wie der restliche Cast. Abagnale selbst lies es sich übrigens nicht nehmen, am Ende einen Gastauftritt als französischer Polizist zu übernehmen.
Fazit:
Mit einem starken Cast, der richtigen Mischung aus Humor und Dramatik und einem schnellen Erzähltempo ist "Catch me if you can" eine sympathische Komödie, die allein wegen der starken, nostalgischen Inszenierung von Stephen Spielberg schon empfehlenswert ist. Da allein das Thema schon hochinteressant ist, ist der Film auf jeden Fall empfehlenswert.
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