Ein Ehepaar hat einen Landsitz erworben, welcher abgelegen liegt. Er verdient als Schriftsteller sein Geld, doch leider hat er momentan eine Schreibblockade. Sie renoviert das Haus während er schreibt fast im Alleingang. Beide sind kinderlos und führen ein recht entspanntes Leben, bis eines abends ein Mann zu ihnen kommt. Unangekündigt wirkt er wie ein Wanderer, der gedacht hatte, dass ihr Haus eine Pension sei und er sich eigentlich einquartieren wollte, und merkwürdiger Weise hat ihr Ehemann nichts dagegen, dass der Fremde bei ihnen bleibt. Er sei Orthopäde und wirkte aufgrund seines Hustens eher gebrechlich. Bereits in der Nacht braucht er durch den Schriftsteller erstmalig Hilfe, da er sich übergeben hatte.
Als wäre dies nicht schon genug, so taucht die Ehefrau des Orthopäden auch noch auf, und nimmt das Haus wie selbstverständlich in Beschlag. Dies passt der Besitzerin überhaupt nicht, doch die richtigen Worte dafür die beiden rauszuschmeißen findet sie nicht. Das Fass läuft fast über, als sie die zwei dann auch noch beim Sex erwischt. Als dann auch noch die beiden Söhne der Fremden auftauchen und es zu einem Geschwistermord im Haus kommt, wirft die Besitzerin das Ehepaar schlussendlich raus. Der Autor holt sie aber zur Trauerfeier nach der Beerdigung des Sohnes der beiden wieder zurück.
Und es tauchen immer mehr Fremde im Haus auf. Die Besitzerin und der Schriftsteller kennen die Personen nicht. Doch als der Schriftsteller die Schreibblockade durch die Geschichten der Fremden überwinden kann, nimmt die eigentliche Handlung an Fahrt auf und das Haus füllt sich zunehmend mehr Menschen. Doch so langsam ahnt man, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, denn entweder ist die Besitzerin verrückt oder das Haus...
Wertung:
"Mother!" ist ein ganz ganz merkwürdiger Film, der hier versucht eine düster-mysteriöse Stimmung zu erzeugen, und das gelingt ihm auch größtenteils. Dabei ist die Eintönigkeit des Hauses durchaus zuträglich. Die Hauptpersonen in Form des Ehepaares bleiben weitestgehend unbeleuchtet, und das ist einer der Hauptkritikpunkte an diesem Film, denn obwohl die Handlung um die beiden herum gesponnen wird, erfährt man recht wenig über die Hintergründe der Charaktere, ja noch nicht einmal einen Namen bekommen sie in der Geschichte ab. Man fragt sich auch die gesamte Zeit, ob die Besitzerin oder ihr Mann nun verrückt sind oder ob es das Szenario überhaupt gibt und es sich die beiden nicht nur eingebildet haben.
Daneben können gerade die ersten 40 Minuten des Films nicht überzeugen, denn man wird praktisch eingelullt in eine Langeweile, und dies ist der zweite Hauptkritikpunkt von mir. Ich haben nichts gegen einen allmählichen Beginn einer Story, aber so verschwenderisch mit hochkarätigen Schauspielern umzugehen und nicht die entsprechende Story zu erzählen, tut dem Film nicht gut.
Als die Merkwürdigkeiten zunehmen ist es anfangs noch in Ordnung, doch da die Menschen im Haus, die auch von den Beiden gar nicht gekannt werden, zunehmen, wirkt es irgendwann einfach nur noch so, als ob das Haus einfach zu klein für die Masse an Menschen ist. Spätestens da muss irgendwas an Erklärung her, und das liefert der Film leider überhaupt nicht, so dass bis zum Schluss für mich nicht klar ist, existiert das alles? Ist das alles nur Einbildung der Besitzerin? Oder ist es ein Problem des Schriftstellers? Oder was?
Dabei spart der Film auch nicht an Grausamkeiten, gerade was auch das spätere Kind von ihr angeht, und das macht den Film sogar noch merkwürdiger und noch undurchsichtiger, da keiner weiß, wo das alles hinführen soll und was zu welchem Zweck überhaupt gemacht wird, und das der nächste große Hauptkritikpunkt. Eine Auflösung am Ende hätte dem Ganzen gut getan, auch wenn das eigentlich zu spät gekommen wäre, doch das passiert nicht.
Was außerdem stört ist das Fehlen sämtlicher Musik. Ich glaube es gibt wenige Filme, die ganz auf Musik verzichten. Wahrscheinlich ist das Absicht, aber das wirkt sich hier nachteilig auf die Rahmenhandlung aus.
"Mother!" hätte ich mir wahrscheinlich nicht angesehen, wenn er mir nicht empfohlen worden wäre. Leider ist diese Empfehlung nur bedingt weiter zu leiten. Es ist keine verschwendete Lebenszeit, aber der Film konnte mich nicht so überzeugen, wie ich es erhofft hätte. Etwas mehr Schlüssigkeit und es hätte auch mehr Punkte gegeben.