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Aus dem einst gefeierten Hollywoodstar Nicolas Cage ist ein Daueranwärter für die Goldene Himbeere geworden, da er aufgrund von immensen Steuerschulden nahezu jedes Angebot annahm, sich jedoch nie wirklich ins Zeug legte. Auch in „Humanity Bureau“ kommt er kaum über eine Handvoll Gesichtsausdrücke hinaus, was er jedoch mit einer vergleichsweise starken Präsenz ganz gut ausgleichen kann.

In naher Zukunft sorgen Klimawandel und Kriege für eine Abschottung der USA gegenüber anderen Nationen. Die Organisation „Humanity Bureau“, für die Noah (Cage) arbeitet, deportiert Menschen mit zu geringer Produktivität nach „New Eden“. Als er die allein erziehende Farmerin Rachel (Sarah Lind) und ihren elfjährigen Sohn Lucas (Jakob Davies) zum Umzug bewegen will, kommen ihm Zweifel an seiner Organisation. Gemeinsam treten sie die Flucht Richtung Kanada an, stets gefolgt von seinen ehemaligen Kollegen um Adam (Hugh Dillon)…

Regisseur Rob W. King stand augenscheinlich nicht viel Kohle zur Verfügung, obgleich sein Werk mit einer neuartigen Kameratechnik gedreht wurde, die mit entsprechendem Equipment Blickwinkel von 360 Grad ermöglicht. Allerdings ist es kein gutes Vorzeichen, während der Exposition nur über die Apokalypse zu reden, anstatt sie zu bebildern.
Auch im Verlauf der Erzählung macht sich die sparsame Ausstattung bemerkbar, - ein paar Autofracks, leere Lagerhallen und verwaiste Landstriche reichen gerade mal aus, um die Dystopie einigermaßen glaubhaft zu gestalten.

Die Story ist indes recht simpel gehalten und orientiert sich an den Mustern gängiger Road Movies. Aufgrund der ruhigen Herangehensweise dauert es eine halbe Stunde, bis überhaupt so etwas wie Action aufkommt. Mal abgesehen von einem sich überschlagenden Auto, kurzen Schusswechseln und der einen oder anderen Keilerei sind diesbezüglich kaum Schauwerte auszumachen, wobei die grundsolide Kamera immerhin um einige schicke Landschaftsaufnahmen bemüht ist.

Um die Figuren ist es leider mehr schlecht als recht bestellt, denn lediglich Noah kommt ab einem bestimmten Zeitpunkt sympathisch rüber. Demgegenüber ist Rachel die meiste Zeit angepisst, während Lucas in einigen Situationen extrem nervt. Der Bösewicht in Form von Adam hat zwar ein paar skrupellose Momente, in Sachen Verfolgung handeln er und sein Team jedoch mehr als nur einmal irrational.

Und so will die Geschichte zu keiner Zeit packen, obgleich ein finaler Twist so einigermaßen sitzt und der Showdown in einigen Belangen ein wenig garstig anmutet. Spannende Szenen bilden Mangelware, auf atmosphärischer Ebene zündet der Stoff ebenfalls nur bedingt.
Cage performt zwar nicht auf dem Niveau einer Goldenen Himbeere, doch das Image eines typischen B-Movie-Mimen dürfte er hiermit nochmal deutlich untermauert haben.
5 von 10

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