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Gänsehaut-Geschichte

Nachdem schon mit "Their Finest" und natürlich "Dunkirk" zwei gute bis meisterhafte Filme das frühe Kriegsgeschehen des zweiten Weltkriegs rund um die Evakuierung von Dünkirchen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet haben, kommt nun noch ein interessanter Ausschnitt aus dieser brisanten Zeit und gleichzeitig ein Semi-Biopic über Winston Churchill, den damals neuen und höchst umstrittenen Premier Minister Großbritanniens. Inklusive legendärer Reden, einer starken Frau hinter dem starken Mann, internen Politik-Intrigen und natürlich Operation Dynamo. Knackig verpackt in knapp zwei Stunden Geschichtspflichtkurs.

"Darkest Hour" ist ein wahrgewordener feuchter Traum für Historienfans, insbesondere die WWII-Interessierten. Böse Zungen könnten behaupten, es sei nur eine aufgeblasene TV-Produktion, Oscarbait oder "King's Speech" für Arme, doch das ist kurz gesagt Bullshit. "Darkest Hour" ist ein jederzeit überzeugendes politisches Kriegsdrama, dass man dieses Jahr gesehen haben muss. Nicht nur auf Grund einer einmaligen Performance von Gary Oldman, mit der er absoluter Favorit auf den Goldjungen in einem Monat ist, nicht nur auf Grund der sozial-politischen Brisanz, Power und Aktualität, nicht nur wegen prachtvoller Kulissen und Kostümen oder dem elegant-mächtigen Score. Es ist das Gesamtpaket, dass einem oft genug Gänsehaut auf den kompletten Körper zaubert. Das entschädigt für ein paar wenige Längen, minimales Overacting und das Wissen, wie es ausgeht.

Vor allem haben es natürlich die legendären Reden in sich, die einen Mut, eine Entschlossenheit und eine Hoffnung in sich tragen, dass man fast direkt mit die Insel gegen Hitlerdeutschland verteidigen will. Und Joe Wright ist der richtige Mann auf dem Chefsessel, der selbst minutenlange Gespräche und Debatten mit seiner dynamischen Kamera und einer lebhaften, mutigen Inszenierung belebt. Der süße emotionale Anker der Geschichte ist die Beziehung zwischen dem grummeligen Churchill und seiner beeindruckenden Frau, die mindestens ebenso stark ist wie der Mann, der selbst dem Psychopathen Hitler etwas Angst machte.

Fazit: kraftvoll, inspirierend, bei weitem nicht so trocken wie man meint - "Darkest Hour" ist wie Churchills beste Reden, mitreißend und gänsehauterzeugend!

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