iHaveCNit: The Commuter (2018)
Nächster Halt in meinem Kinojahr 2018: „The Commuter“. Das Kinoticket wird hier auch zum Zugticket, also habe ich mich auch als erfahrener Pendler auf den Zug begeben, um zusammen mit Liam Neeson Zug zu fahren. Nach „Unknown Identity“ , „Non-Stop“ und „Run All Night“ ist dies seine 4. Zusammenarbeit mit dem Spanier Jaume Collet-Serra. Und ich war gespannt, ob dies hier eine gemütliche Zugfahrt oder ein „Thrillride“ wird. Eine weitere Frage die ich mir stellte war, ob der Film wie eine Zugfahrt sicher ankommt, halbwegs in der Spur bleibt oder vollständig entgleist. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Der 60-Jahre alte Michael McCauley ist Ire und Versicherungskaufmann in New York. Am Tag, als er seinen Job verliert, wird er auf der Zugfahrt von einer mysteriösen Frau angesprochen, die ihn mit einer Aufgabe erpresst. Einer der Passagiere dieser Zugfahrt gehört nicht in den Zug. Michael muss diese Person finden.
Irgendwie muss ich bei diesem Film rein thematisch an „Non-Stop“ und optisch, vermutlich auch durch die Beteiligung von Vera Farmiga an „Source Code“ denken. „Non-Stop“ meets „Source Code“ also. Ich kenne beide Filme und finde beide auch besser als „The Commuter“. Obwohl die Grundidee des Films eigentlich recht ordentlich ist und an klassische Thriller erinnert. Die Spurensuche nach dem gesuchten Passagier ist ein Spiel aus Finten und falschen Fährten, die den Film auf seine 105 Minuten aufblähen. Hektisch wird Station zu Station abgehakt, ohne dem Zuschauer auch mal die Gelegenheit zur Ruhe und Verarbeitung des Geschehenen zu geben. Diese Hektik, die sich auch in der Inszenierung der Action wiederfindet ist etwas ärgerlich. Und dann sind da auch noch die Effekte im Laufe des Films, die dann doch arg künstlich wirken und den Eindruck trüben. Die letztendliche Auflösung ist dann doch auch arg konstruiert. Patrick Wilson spielt ja auch mit – er und Liam Neeson haben ja früher schon mal in einem Film am Anfang des Jahrzehnts gemeinsam vor der Kamera gestanden. Wenn ich den Film und das Verhältnis der beiden dort erwähne, könnte ich natürlich auch „The Commuter“ spoilern, aber das sollte jeder selbst entscheiden, ob man hier selbst mal recherchieren möchte. Ob der Ire Liam Neeson als Actiondarsteller taugt, habe ich häufig genug in Frage gestellt, da er ja in frühen Jahren Boxer war, muss da doch etwas von eigenem Einsatz in den Actionszenen vorhanden sein, die jedoch so hektisch durch Kamera und Schnitte inszeniert sind, so dass man nur zu dem Eindruck kommen kann, dass Liam nichts drauf hat und das alles nur filmisches Blendwerk ist. In „The Commuter“ macht man eben trotz interessanter Actionszenen den Fehler, diese kaputt zu inszenieren. Trotz kaputter Actionszenen, einer überkonstruierten Auflösung bleibt im Kern eine interessanter Thriller-Idee, die einiges Potential während der Zugfahrt aus dem Fenster geschmissen hat. Dieser Zug ist noch nicht entgleist, er hat sich mit viel Mühe noch in der Spur gehalten.
„The Commuter“ - My First Look – 6 / 10 Punkte.