Review

Nach dem mysteriösen Vorfall in einem Münchner Kino wird der Film, der Dämonen ermöglicht in unsere Welt überzutreten, im Fernsehen ausgestrahlt und in einem Hochhauskomplex bricht der blanke Horror aus…

Bei „Dance of the Demons“ handelt sich’s ja eigentlich um den z w e i t e n Teil der berühmt-berüchtigten „Demoni“-Reihe, nicht, wie fälschlicher Weise von einigen gehirnamputierten Marketing-Strategen in Leben gerufen, um Teil 1.
Traf es in Teil 1 noch einen deutschen Kinosaal, muss nun gleich ein ganzes Hochhaus den Kopf hinhalten. Als Opfer dient diesmal die ganze Bandbreite an 80er-Jahre-Stereotypen, da wird wirklich kein Klischee ausgelassen. Mit dabei:
- ein Rudel Bodybuilder in Leggins und Stirnbändern
- arrogante Schnösel-Yuppies mit Sakko und Schlips
- kreischende Weiber, die rumnölen, dass ihr Kleid nicht schick aussieht
- und, nicht zu vergessen, eine Horde Dauerwellen mit ganz viel platter Oberflächlichkeit garniert
In Sachen „Hair Crime“ und bescheuerte Charaktere also ziemlich weit oben einzustufen. In dieser Hinsicht Teil 1 gar nicht mal so unähnlich. War der Vorgänger aber noch eindeutig als stimmiger Horrorschocker zu identifizieren, handelt sich’s hierbei fast bloß noch um stupides Dämonen-Rumgebolze ohne wirklich Sinn und Verstand.
Die Kleingeister, denen es hier an den Kragen geht, rennen völlig kopflos und hysterisch in der Gegend rum, errichten Barrikaden aus Tischen und Hanteln, die von der Dämonenbrut – wie sollte es anders sein – natürlich problemlos eingerissen werden, und sind eigentlich nur am Kreischen, Keifen und Austicken.
War Teil 1 noch einigermaßen mitreißend und blutig, punktet Teil 2 also vor allem mit seinem trashigen Scharm und seinen ungewollt komischen Situationen. Splatter-technisch tut sich hier auch eher wenig, Latex, Schleim und triefende Piranha-Zähne gibt's aber auch hier zuhauf.
In Punkto Hochhaus-Feeling dann aber tatsächlich ungefähr so packend wie „Poltergeist 3“ oder „Stirb Langsam“.

Noch ein fettes „Merke“ für alle Unwissenden:
„Dämonen = Zombies“ ist komplett falsch!!!!
Zombies – das sind einfach wandelnde Tote wie in „Dawn bzw. Shaun of the Dead“, „Friedhof der Kuscheltiere“ oder Fulci’s „Woodoo“.
Dämonen – das sind die Viecher, die die Lebenden in Besitz nehmen, wie in „Evil Dead“ oder… äh, fällt mir jetzt irgendwie gar keiner mehr ein... - doch: "Dämonenbrut"!

Fazit:
Mehr 80iger-Jahre-Horror geht eigentlich kaum! Zwar weder inhaltlich, noch formell wirklich der Bringer, und teilweise auch so wahnsinnig hysterisch, dass alles zu spät ist, hat aber schon so seinen Unterhaltungswert. Und Asia Argento wuselt hier ja auch irgendwo rum, von daher also durchaus schon mal einen Blick wert…

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