Es gibt meines Erachtens nur einen Grund (bzw. zwei "Argumente"), sich diesen Film anzuschauen, und dieser Grund heißt Lisa Boyle (bzw. die beiden "Argumente", welche die Dame mit sich herumträgt und ab und an auspackt). Dafür spendiere ich auch gerne großzügig zwei dicke Punkte. Ansonsten ist "Opfer der Lust" selbst für den Liebhaber von Erotikfilmchen aus dem free TV eine wohl eher unbefriedigende Angelegenheit, da es gerade in diesem Genre ohnehin unendlich viel Mist und nur wenig sehenswertes gibt und "Opfer der Lust" für mich klar noch nicht mal mehr zum alleruntersten Genredurchschnitt gezählt werden darf.
Die Schauwerte sind überwiegend OK, aber nichts Besonderes, hat man alles schon besser und origineller gesehen, auch und gerade aus dem Hause Playboy. Besonders grottig sind dagegen die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, vor allem die des männlichen Hauptdarstellers Ken "wer?" Steudman. Mr. Steudman agiert von Anfang bis Ende mit einem Ausdruck, dass dem geneigten Zuschauer wirklich alles vergeht, weshalb man sich SOLCHE Filme eigentlich ansieht.
Was Mr. Steudman nicht ruiniert, das schaffen dann die selbst für diesen Bereich der Filmkunst bemerkenswert einfältigen Dialoge und die strunzdoofe Darstellung der "Handlung", wenn es dann gerade mal nicht um das Eine geht.
Aus diesem Grund ist für mich keine Bewertung drin, die einem durchschnittlichen Film aus diesem Genre entspricht (und anders als Genrefilme kann man derartige Produktionen eh nicht bewerten). Klar um was es bei Erotikfilmproduktionen dieser Art geht ("Tiefgang" der anderen Art eben), aber das Anschauen eines Films von Anfang bis Ende sollte auch in diesem Sektor keine Geduldsprobe darstellen. Es gibt seichte Erotikfilmchen, die kann man sich schmerzfrei reinziehen, bei "Opfer der Lust" ist dies nicht der Fall - trotz Lisa Boyle, ohne die nicht mal 2 von 10 Punkten drin wären, sondern unterm Strich sogar eine Minusbewertung stehen müsste.
Selbst eingefleischte Lisa Boyle Fans (zu denen ich zugegebenermaßen nicht zähle) sollten sich daher gut überlegen, ob sie tatsächlich einen Fünfer für dieses "Meisterwerk" investieren möchten. Es gibt beim DVD-Kauf definitiv bessere Preis- Leistungsverhältnisse - auch in diesem Genre.