2001 überraschte uns das australische Regietalent Baz Luhrmann mit der Revolution des Musicals. "Moulin Rouge" überzeugte selbst hartnäckige Musicalgegner und Kritiker. Wie man das von Hollywood so gewöhnt ist, denkt sich das ein oder andere Filmstudio - na, das kriegen wir doch auch hin -, greift sich ein broadwayerfahrenes Musical, unterzieht es einer Verjüngungskur, castet Schauspieler (in diesem Fall Richard Gere) gegen ihr Image und bastelt daraus ein filmisches Spektakel. Das Dumme daran ist nur, dass esdoch nicht so einfach geht. Alles was "Moulin Rouge" an originellen Einfällen und kongenialen Umsetzungen besitzt fehlt "Chicago" völlig! Richard Gere ist (im Vergleich zu Nicole Kidman oder Ewan McGregor) als Sänger tatsächlich völlig fehlbesetzt und die Tanznummern sind das Schwächste was die letzten Jahre in dieser Kategorie über die Leinwand flimmerte. "Chicago" ist ein typisches Beispiel dafür, wie einmal mehr versucht wurde im Fahrwasser eines erfolgreichen Films Kasse zu machen. Entgegen der Ansicht mancher Regisseure und Produzenten sind Kinogänger nicht so dumm und fressen bei weitem nicht alles was ihnen vorgesetzt wird. Allein die Einspielergebnisse in Deutschland sprechen da eine klare Sprache.