iHaveCNit: (Straight To Home Cinema): Jungle (Deutsches Veröffentlichungsdatum: 27.10.2017 / First Look: 2018)
Ich mag Überlebensgeschichten im Film sehr und in jüngster Vergangenheit haben wir mit Danny Boyles „127 Hours“ ; Baltasar Komakurs „Everest“ und auch Alejandro Gonzalez Inarritus „The Revenant“ richtig starke Vertreter dieser Überlebensgeschichten bekommen. Dementsprechend habe ich mich kurzfristig dazu entschieden, mal einen Blick in „Jungle“ zu investieren, der hierzulande kinomäßig nur eine Auswertung beim Fantasy Filmfest erhielt und sonst nur direkt im Heimkino veröffentlicht worden ist. Das finde ich relativ schade, denn der Film hätte auch das Potential gehabt, seine Wirkung auf der großen Leinwand außerhalb des Filmfest zu entfalten.
Der jüdische Ex-Soldat Yossi Ginsberg ist als Backpacker anfang der 80er in Bolivien und freundet sich dort mit weiteren Backpackern an, bis ein zwielichtiger Typ Yossi und seine Freunde Kevin und Marcus auf eine Expedition nach Gold mitnimmt. Nach diversen inneren Konflikten der Truppe wird diese getrennt, so dass Yossi nach einiger Zeit sich sogar ganz alleine im bolivianischen Dschungel rumschlagen muss, um zu überleben.
Dass wir es hier mit einer wahren Begebenheit zu tun haben, gibt dem Film eine sehr starke Note und die richtige Würze. Daniel Radcliffe zeigt hier, warum er aus dem Haupttrio aus den Harry Potter-Filmen bisher schauspielerisch die vielseitigsten und interessantesten Rollen spielen kann und spielt. Er ist in meinen Augen auch der, der am besten heraussticht, auch wenn ihm große Blockbusterrollen wie seine Kollegin Emma Watson verwehrt bleiben. Die Tour de Force, die er hier ableisten muss, braucht sich auch nicht vor James Franco und Leonardo DiCaprio zu verstecken, die ähnliches in den oben genannten Filmen leisten mussten. Dabei hat dieser Film mit seinen 115 Minuten genau die richtige Länge, es kommen selten Längen auf. Wie immer sehr zwielichtig und durchtrieben ist Thomas Kretschmann hier in seiner Nebenrolle. Die Aufnahmen, die wir hier zu sehen bekommen, sind wirklich toll. Und die Action, die man teilweise bei Floßfahrten in den Flüssen zu sehen bekommt sieht richtig stark handgemacht und echt aus – beeindruckend. Nur ist die Frage, ob diese Tagträumerei und diese leicht esoterisch und religiös angehauchte Schiene sein musste. So bleibt trotz allem ein schönes und spannendes Überlebens-Action-Abenteuer mit einem starken Daniel Radcliffe.
„Jungle“ - My First Look – 8/10 Punkte