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Kathleen Turner spielt eine Roman-Autorin, deren Schwester in Kolumbien wegen einer Schatzkarte entführt wird, die Turner nun im Austausch gegen ihre Schwester nach Kolumbien bringt. Vor Ort trifft sie auf einen Abenteurer, gespielt von Michael Douglas, mit dem sie nun auf die Jagd nach dem grünen Diamanten geht.

Nach dem Erfolg von George Lucas` und Stephen Spielbergs "Jäger des verlorenen Schatzes", der Harrison Ford zum Superstar machte und das gesamte Abenteuer-Genre wieder belebte war es ja nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Produzenten das tot geglaubte Genre wieder für sich entdecken würden und einer dieser Produzenten war Michael Douglas, der, nachdem Sylvester Stallone die Rolle ablehnte, kurzerhand selbst in die Hauptrolle schlüpfte. Doch so viel schlechter als "Jäger des verlorenen Schatzes" ist "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" nicht und ist alles in allem ein ordentliches und charmantes Abenteuer-Filmchen, das im wesentlichen von seinen beiden charmanten und sympathischen Hauptdarstellern lebt. Michael Dougals, der bisher hauptsächlich als Produzent in Erscheinung getreten war und sich vor allem durch seinen Oscar-Gewinn für den besten Film mit "Einer flog über das Kuckucksnest" einen Namen gemacht hatte, zeigt, dass er als Darsteller ebenfalls einiges auf dem Kasten hat. Anfangs ist er als harter Abenteurer überzeugend, aber auch zum Ende hin, wenn der Film zunehmend zum Liebesfilm wird, zeigt er sich von seiner besten Seite und harmoniert gut mit seiner Kollegin. Auch später nach seinem endgültigen Durchbruch als Darsteller mit "Wall Street" kehrte er mit "Der Geist und die Dunkelheit" wieder zum Abenteuer-Genre zurück. Kathleen Turner, die durch ihren Golden Globe-Gewinn für "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" einen deutlichen Karriereschub bekam, ist ebenso charmant wie Douglas und überzeugt als einsame Autorin, die schließlich in dem mutigen Abenteurer ihr privates Glück findet. Mit ihrer sympathischen und liebenswerten Art passt sie zudem gut in ihre Rolle. Danny DeVito, der schon in "Einer flog über das Kuckucksnest" unter der Produktion von Michael Douglas arbeitete, leistet bei seiner Nebenrolle gute Arbeit und spielt mal wieder einen relativ amüsanten, wenn auch durchtriebenen Charakter. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.

Die Inszenierung von Robert Zemeckis, der mit "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" ebenfalls seinen Durchbruch schaffte ist ebenfalls gut und damit gibt der Oscar-Preisträger schon einmal einen Vorgeschmack, auf Filme die noch kommen werden und mit "Zurück in die Zukunft 1-3", "Forrest Gump" und "Cast away" sollten ihm noch einige Meisterwerke gelingen. Die Kulisse des Urwalds setzt er perfekt in Szene und liefert damit schon einmal einen hohen Schauwert, wie man ihn sich von einem gelungenen Abenteuer-Film erhofft. Darüber hinaus leistet er auch bei seiner Musik und bei seinem Ton gute Arbeit, kann zwar kaum eine Atmosphäre und nur wenig Spannung aufbauen, dafür liefert er aber einen sympathischen und unterhaltsamen Abenteuerfilm mit einer wohligen Atmosphäre. Stellenweise ist das Erzähltempo vielleicht ein bisschen zu langsam, aber mit einem gesunden und liebenswerten Humor, der über den Film gut dosiert ist, lassen sich auch die wenigen Längen ganz gut überbrücken. Am Ende übertreibt es Zemeckis dann doch ein bisschen mit dem Wohlgefühl und wandelt auf dem schmalen Grat zum Kitsch, aber alles in allem kann sich seine Arbeit definitiv sehen lassen.

Die Story ist leider nicht so überzeugend wie der Rest des Films und allerhöchstens mittelmäßig. Turner ist die typische einsame Karrierefrau und Dougals der ebenfalls typische Abenteurer und, dass sich die beiden ineinander verlieben werden ist alles andere als unvorhersehbar. Auch ansonsten werden leider kaum Abenteuer-Klischees und Stereotypen des Genres ausgelassen und bei dieser großen Vorhersehbarkeit kann der Film leider weder Spannung, noch Dramatik aufbauen und bietet nichts über ordentliche Unterhaltung hinaus. Mit ein paar unvorhersehbaren Wendungen und einem Ansatz von emotionaler Tiefe wäre bei diesen starken Darstellern und dem guten Regisseur mehr drin gewesen.

Fazit:
Mit einer überzeugenden Inszenierung, einem starken Cast und einer mittelmäßigen und klischeehaften Story ist "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" ein ordentlicher, sympathischer und charmanter Abenteuerfilm, der solide Unterhaltung für zwischendurch liefert und wohl allen Fans des Genres gefallen wird.

61%

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