Bestandteil und gleichzeitig auch der Beginn einer vielleicht auf ein halbes Dutzend angelegten Produkte (unterschiedlicher Konzerne und Herangehensweisen), die als Versuch die Bemühung haben, die derzeitige Aufmerksamkeit auf John Zhang Jin in finanzielle Erschwinglichkeiten zu kanalisieren und gleichzeitig den Schauspieler in einen Filmstar mit entsprechenden Bankable-Status umzuwandeln. Zhang, der teilweise auch als 'Max Zhang' firmiert, ist in den letzten wenigen Jahren als Nebendarsteller positiv aufgefallen und vor allem als Gegenüber für den Endkampf in bspw. The Grandmaster, SPL 2 und Ip Man 3 durch körperliches Können, durchaus gutes Aussehen und auch genügend Präsenz in das Bewusstsein von Zuschauern und Produzenten erklommen, wobei die bis dato eigentliche Karriere im absoluten B-Film Bereich von (wenn überhaupt) direct to Video Werken von My Way Film Company Limited in Zusammenarbeit mit dem Wo Ping Creation Team (Peace Creative Team) schon bis zum Millennium zurückreicht und dort absolut unauffällig ist:
Nach längerer Haftstrafe wegen der fahrlässigen Tötung eines Kollegen im Dienst hat sich der zuvor auch schon eigensinnige Polizist Cheng Sai-gau [ Zhang Jin ] nunmehr ganz dem Kampf gegen das Verbrechen verschrieben und ist auch weiterhin in der Wahl der Mittel etwas überengagiert. Die Leidtragenden sind in erster Linie sein Vorgesetzter Chan [ Gordon Lam ], ein ausgemachter Theoretiker, was ihm auch immer wieder vorgehalten wird, und sein Partner A-de [ Wu Yue ], der sich eigentlich nach einem Gewinn im Glücksspiel zur Ruhe setzen wollte und schon auf gepackten Koffern sitzt. Als sie nach einem Tipp dem Goldschmuggel von Kui [ Yasuaki Kurata ] auf die Schliche kommen und dem ebenso unerbittlichen, die Karriereleiter empor klimmen wollenden Jiang Gui-cheng [ Shawn Yu ] in die Quere, überschlagen sich die Ereignisse.
The Brink als Startschuss der Propagandierung und Proklamation eines eventuell neuen Sterns am Horizont, von denen es im Actionbereich nach dem Wegfallen von Jet Li und der drohenden biologischen Uhr von Donnie Yen ja allzu viel nicht mehr gibt, geht dabei (wie der noch kommende Invincible Dragon) den Schritt im Genre des modernen urbanen Actionthrillers; eine gleichzeitige Rückkopplung an entsprechende HK-Arbeiten der Achtziger und Neunziger, die in den letzten Jahren analog zu Zhang wieder Achtung gewonnen haben und teilweise erstaunliches Einspiel auch an der Chinesischen Kinokasse generiert. (Das Ip Man Spinoff Master Z: Ip Man Legacy folgt im Grunde sicheren Fußstapfen, während die amerikanischen Co-Produktionen Escape Plan 3 und Pacific Rim 2 auch einfach Sequelweisen beachten und mit Zhang den möglichst zugkräftigen 'Hotspot' für den Asiatischen Markt installieren.)
Der Ertrag selber mit ca. 10 Mio. USD ist für eine derartige Produktion, die zumeist aus kantonesischen Talent besetzt ist, rein in HK spielt, und auch die Sprache eher der Special Administrative Region Hongkong sprechen und nicht zu deutlich auf etwaige Festlandbefindlichkeiten zielen, durchaus in Ordnung, also regelrecht; aber nicht herausragend und schon gar kein Achtungserfolg und auch keine Einladung für weitere Geldgeber, nun plötzlich in die womöglich Goldgrube zu investieren. Umso größer ist dennoch das Vergnügen der Zuschauer gehalten, die angesichts der jüngeren chinesischen Filmkultur, die oftmals rein aus Phantasiespektakeln und anderen Effektwerken bestehen, hier großteils Bodenständiges und Handgemachtes der alten Schule, nur eben in hypermoderner Inszenierung und somit neu und alt zugleich und die Aufbereitung von liebevoll Gewohnten und Vermissten in zeitgenössischer Sprache zu erleben.
Dabei weist das pompöse Erstlingswerk von bisherigen Script Suvervisor und Assistant Regisseur (viel für das Duo aus Alan Mak und Felix Chong, und für Soi Cheang) Jonathan Li bereits in den ersten vielversprechenden Minuten besonderen Ehrgeiz auch in der visuellen Gestaltung und der Deutlichkeit einer ansprechenden Bildkraft auf, wird mit einem Donnerwetter aus Schlägen, auf Anschlag gedrehten Farbfiltern, gekippten und anderweitig ungewönlichen Kamerapositionen und dies in einer Enge von Blut und Gewalt begonnen, die Ehrgeiz dahinter, aber auch die Kenntnis einer ruppigen Gangart ohne die Übersichtlichkeit zu verlieren vermuten lässt. Eine Wanderung durch einen Wald voller hängender Leichen, ein bald später folgendes Zusammentreffen zwischen einem Trupp weiterer Gauner mit einem Cop-Pärchen auf Mission im früheren Fischerdörfchen Ma Wan bei dunkler Nacht als kraftvoller, mit Installationen auch des Horrorfilmes arbeitender Einstieg, und eine flotte, gefühlt direkt aus dem 85er The Protector stammende Verfolgungsjagd zu Fuß durch den städtischen Hafen über die anliegenden Schiffe hinweg sind nur der Vorgeschmack für noch Kommendes und dennoch als kleinere Höhepunkte in der treibenden Geschichte gesetzt.
Bezeichnend für den erstaunlich aufwändig produzierten Film, der noch Bombenanschläge inmitten einer Mall und der Stadt sowieso und auch ein ausschweifendes Kampfgefecht auf einem Parkplatz zelebriert, ist dabei vor allem auch die Wahl des Settings, wird nahezu grundsätzlich auf einen Bereich nicht nur außerhalb der Jurisdiktion eigentlich der Polizei, sondern auf eine gänzlich andere Welt, nämlich die des Wassers auf Hoher See und oftmals auch Unterwasser und so fernab der Zivilisation und außerhalb der natürlichen Lebensverhältnisse gar gesetzt. Selbst an Land ist das Klima rau und die Witterungsbedingungen mit viel Wind und Regen bestenfalls als ungemütlich zu bezeichnen und schlechterdings mies bis ungestüm, unter freiem Himmel dann und im nassen Milieu kommt es auf die letzte Sekunde der Versorgung mit Sauerstoff an und wird die Zeit des Lebens und Überlebens bisweilen von jetzt auf gleich heruntergezählt. Der Showdown passend inmitten eines Taifuns dann macht trotz viel Wirksamkeit die gleichen Fehler wie die (in)offiziellen) Vorgänger um die SPL - Nachzügler SPL II: A Time of Consequences (2015) und (SPL III:) Paradox (2017), wird es etwas mit der Symbolhaftigkeit und den dazu gehörenden Füllszenen sowie der überbordend angestrebten Wichtigkeit angesichts "bloß" einer Genregeschichte leicht übertrieben und dafür das bislang rustikale Tempo in der zweiten Filmhälfte überhaupt etwas ignoriert.