Speziell im Actiongenre kann es einem Regisseur teuer zu stehen kommen, wenn ein anberaumter Blockbuster gnadenlos floppt. So ist Regisseur Simon West nach Erfolgen wie „Unbekannter Anrufer“ und „Expendables 2“ bereits 2017 mit „The Saint“ beim TV-Format angekommen, vorliegendes Werk wurde gar per Crowdfunding gestemmt.
Der abgehalfterte Rockstar Turk (Antonio Banderas) und seine Frau Sheila (Olga Kuylenko) verbringen ihren Urlaub in Chile, als Sheila während einer Sightseeing-Tour von selbst ernannten Piraten entführt wird. Die Kidnapper verlangen eine Million Dollar Lösegeld, welches Turk per Agenten übermitteln lassen will. Doch dann mischen ein dubioser Botschafter (Mark Valley) und ein Söldner (Martin Dingle Wall) mit und die Übergabe droht aus dem Ruder zu laufen…
Soweit ist es also schon, dass Johnny Depps Figur Jack Sparrow als überdeutliches Vorbild für die Hauptfigur einer Komödie herhalten muss, die anbei noch ein wenig an Alice Cooper angelehnt ist. Dem exzentrischen Turk, der stets mit Stirnband, schrillen Klamotten, Eyeliner und Dosenbier unterwegs ist, schwingt stets etwas leicht tuckiges mit, er entpuppt sich als Tollpatsch und Angsthase, hat in vielen Situationen jedoch mehr Glück als Verstand.
Wirft man hinsichtlich dieser Eigenschaften einen Blick auf das Cover, fühlt man sich sprichwörtlich im falschen Film, denn nichts ist mit Ballereien, vermeintlichen Befreiungsaktionen oder gar aufwendig inszenierten Explosionen, - das einzige was hier hoch geht, ist Turks Gemächt, als er im Whirlpool von einer Giftschlange gebissen wird, die daraufhin an einer Alkoholvergiftung krepiert.
Obgleich die meisten Gags oberhalb der Gürtellinie angesiedelt sind, fallen viele recht flach aus, bei einigen mangelt es deutlich am Timing. Ein gewisser Wortwitz vermag ab und an zu zünden, etwa als der Söldner sexistische Äußerungen mit weniger erfolgreichen Therapiebesuchen zu entschuldigen versucht oder Sheila den Kidnappern Grundregeln ihres Jobs erklärt. Aufgrund der Spielfreude einiger Nebendarsteller ist die eine oder andere Situationskomik gegeben, doch die meisten Begebenheiten um Turk driften auf Dauer zu sehr ins Alberne ab.
Storytechnisch kommt indes keine Spannung auf, zumal die Action lediglich aus einer Verfolgung auf einem Bazar und einer Abfahrt per Rollkoffer besteht. Im Mittelteil entstehen dadurch einige Längen, die der überaus spielfreudige Banderas nicht zu kaschieren vermag, während selbst der anfangs gelungene Running Gag eines namenlosen einheimischen Jungen, der stets für Biernachschub sorgt, irgendwann verpufft.
Obgleich die bunten, in warme Farben getauchten Kulissen in Chile für leichtes Fernweh sorgen und die musikalische Untermalung ein paar Schmunzler generiert, bewirkt die teils altbacken anmutende Geschichte nur selten ein überdurchschnittliches Aufkommen an Interesse. Es mangelt an Charme und Esprit, an kreativen Einfällen sowieso und selbst ein paar namhafte, überwiegend gut aufgelegte Mimen kommen nur schwer gegen das einfallslose Drehbuch an, was durch zahlreiche alternative und nicht verwendete Szenen während des Abspanns noch untermauert wird.
Knapp
4 von 10