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Ein Märchen der Grimm-Brothers in einer liebenswert-naiven Verfilmung, die man im Osten des Landes damals „Das Zaubermännchen“ nannte. Die Erzählung hält sich recht dicht an die literarische Vorlage und die kurze Laufzeit von knapp 75 Minuten wurde sinnvoll genutzt, um mit kurzweiligem Charme zu unterhalten.

Müller Kunz prahlt mit seiner ach so fleißigen Tochter, so dass auch bald der Schatzmeister des Königs auf sie aufmerksam wird und man ihr befielt, in einer Nacht Stroh zu Gold zu spinnen. Dieter Bohlen würde das zwar schaffen, doch Töchterchen Marie benötigt die Hilfe eines Männleins, welches als Gegenleistung die Freigabe zur Adoption ihres ersten Kindes einfordert.

Nette Theaterkulissen wurden da benutzt. Diese sind zwar schlicht, erfüllen aber ihren Zweck und gegen Ende kann man sogar noch etwas Laub und ein Lagerfeuer bewundern.
Die Gestaltung der Figuren ist ebenfalls ein Witz. Marie benutzt einen furchtbar geschmacklosen Lippenstift und trägt eine mottige Fusselperücke und die übrigen Figuren wurden alle von dem Friseur ausgestattet, der heute noch „Die Prinzen“ berät.

Trotzdem(oder gerade deshalb)ist diese Verfilmung recht lieb und gleichzeitig trashig ausgefallen und unterhält dabei durchgehend. Zuweilen kann man als mittlerweile erwachsenes Kind sogar über einige Szenen schmunzeln, beispielsweise über den Müller Kunz, der am Hofe des Königs zur Punktunte mutiert.
Die übrigen Lacher gehen auf das Konto der billigen Trickeffekte, vorzugsweise bei Szenen mit dem Männlein.(Und über den Namensvorschlag „Rippenbiest“ konnte ich mich als Kind schon beömmeln).

Gut, Rumpelstilzchen ist etwas moralisierender und gutmütiger als die Grimm-Brothers es mit ihren Worten beschreiben, aber das soll nicht weiter stören, denn zum Ausgleich gibt sich dieser als optischer Fiesemöp und kann damit einen weiteren Humorpunkt verbuchen.
Ist doch nett für Zwischendurch und so kann man sich auch den mittlerweile überteuerten Theaterbesuch sparen.
7 von 10 Punkten

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