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Und gleich noch ein Durchlauf für das böse Haus von Amityville, diesmal von dem erfahrenen Regieveteran Richard Fleischer in Szene gesetzt.
War für den ersten Teil hauptsächlich "The Shining" das Vorbild und für den zweiten "The Exorcist", so muss für den dritten Teil plötzlich "Poltergeist" als Zitatevorbild herhalten, denn Geistereffekte ergänzen die normalen Symptome, die das Haus so hergibt.
Basis für die Produktion war die Präsentation in 3D, deren Effekte man inzwischen nur erahnen kann, aber die Geistererscheinungen, die in die Kamera flutenden Fliegen und ähnliches können wenigstens eine ungefähre Vorstellung vermitteln.

Es beginnt eigentlich noch ganz brauchbar mit einer entlarvten Seance, doch wer danach hofft, dass zweifelnde Parapsychologen oder psychologisch vorgehende Geisterzweifler ihr blaues Wunder erleben werden, während sie sich die Zähne an dem Haus ausbeißen, wird enttäuscht.
Die Hauptfigur zeigt sich ziemlich ungläubig und stets überrascht, wenn alle Welt in seiner neuen Hütte die Krise bekommt. Dazu noch reichlich Familienprobleme, denn die Scheidung steht ins Haus und die Assistentin sieht auch viel sympathischer aus. Und weil es das Böse ja nicht gibt, holt man sich gleich noch das Töchterlein ins Häusle mit Freundin selbstverfreilich. Diese wird von einer ungemein jungen Meg Ryan gegeben und 80's-Teen-B-Princess Lori Loughlin gibt das Töchterlein. Meg Ryan hat leider Synchronstimmchen verpasst bekommen als würde sie täglich ein Schächtelchen Rothändle genießen, aber egal.

Alsbald spult sich das altbewährte Programm ab, obwohl der Nachspann informiert, dass es sich eben NICHT um eine Fortsetzung handelt. Ach nee! Trotzdem kommt das Geschehen kaum in die Gänge, selbst als der Film konzentriert daran geht, alle halbwegs sympathischen Charaktere nach und nach auszulöschen, erst die Assistentin, dann Tochter und Freundin per Bootsunfall.
Leider kann Tony Roberts alias Hauptdarsteller nicht einen einzigen Akzent setzen, eine dermaßen nichts sagende und alles abbremsende Figur ist selten irgendwo aufgetaucht und als das Finale dann darauf herausläuft, seine nölig-abtörnende Gattin zu retten, da ist der Spaß vorbei.
Zwischendurch ein paar sparsame Effekte und das endlose Gesalbader eines so genannten Parapsychologen, der erst für den Schluss die "Poltergeist"-Apparatur aufbaut und dann übelst in den Arsch getreten wird, wenn ihm das Gesicht weggeknuspert wird, während drumrum das Haus in die Binsen geht.

Durch eine grün-rote Brille muss das brauchbar ausgesehen haben, aber einfach so ist das Ergebnis leider mehr als bieder, obwohl es natürlich Schlimmeres im Reiche des Horrorfilms gibt. Trotzdem kann man sich über manche Strecken eines Gähnens kaum erwehren, wenn alle Erklärungen (außer dem Klassiker mit dem Indianerfriedhof) ausbleiben und stattdessen Dämonen herrschen. Extrem entspannter Grusler, für alle die nicht nur Hardcore brauchen. (3/10)

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