Neun Kurzfilme von neun verschiedenen Regisseuren bilden die Anthologie „Minutes Past Midnight“. Leider gibt es weder eine Rahmenhandlung, noch ein Konzept, welches die Kurzfilme miteinander verbindet, außer dass sie dem Horrorgenre angehören.
1) Never Tear Us Apart
Zwei Typen suchen im Wald zwecks Besuchs eine bestimmte Hütte und erleben eine blutige Überraschung. Ein flotter Einstieg, der jedoch von einem Splattereffekt per CGI getrübt wird.
Nach nur sieben Minuten folgt bereits die makabere Pointe und macht Lust auf ebenso gelungene Shorts. (6/10)
2) Awake
Offenbar hatte der Junge Aaron eine OP mit üblen Nebenwirkungen hinter sich, was schon bald seine Eltern zu spüren bekommen. Das Drumherum bleibt reichlich nebulös, ebenso die Auflösung, - ein erster Dämpfer. (3/10)
3) Crazy For You
Ein Serienkiller lernt seine große Liebe kennen, welcher aufgrund eines bestimmten Schlüsselreizes mordet. Ein halbwegs amüsanter Beitrag mit makaberen Momentaufnahmen und einer eher unerwarteten Pointe. (6,5/10)
4) The Mill At Calder's End
Dieser Beitrag sticht schon aufgrund seiner Machart in einer Mischung aus Animation und Stabpuppenspiel heraus. Ein Mann versucht einen alten Familienfluch zu brechen und stößt in einem Tunnel auf ein Geheimnis. Die gelungene Atmosphäre erinnert an Geschichten von E.A. Poe, während das Gesicht einer Puppe frappierend an Peter Cushing erinnert.
Die Stimmung kaschiert den erahnbaren Verlauf der Story. (7/10)
5) Roid Rage
In dieser Phase sind Trashfans gefragt, die mit ekeligen Elementen umzugehen wissen, denn ein Arbeiter mit Hämorriden brütet quasi einen rektalen Dämon aus. Die Effekte gestalten sich genauso ungezügelt doof wie der komplette Beitrag, - mehr als diese 14 Minuten würden wahrscheinlich auf den Magen schlagen. (5/10)
6) Feeder
Ein Gitarrist zieht in eine Bruchbude, in der ihm eine unheimliche Macht Inspiration verleiht, dafür jedoch auch etwas verlangt. Hinsichtlich eines Kurzfilms kaum zu glauben, aber die Entwicklung zieht sich anfangs ein wenig. Gegen Ende nimmt sie konkretere Züge an und versöhnt mit einem gelungenen Finale (6/10)
7) Timothy
Eine Babysitterin muss erkennen, dass ihr Zögling einen Narren an einer bestimmten Fernsehsendung gefressen hat. Hier fallen die Konsequenzen etwas blutiger aus, das Konstrukt der Geschichte ist hingegen rasch durchschaut. (4,5/10)
8) Ghost Train
Der beste Beitrag der Anthologie von Regisseur Lee Cronin („Evil Dead Rise“), welcher sich auf zwei Zeitebenen abspielt und eine Mutprobe auf einem verwaisten Jahrmarkt thematisiert.
Starke Kulisse, überzeugende Mimen und eine Entwicklung, die wahrlich spooky ausfällt. (8,5/10)
9) Horrific
Ein Redneck wird von einem Parasiten in seiner Baracke heimgesucht, den er für einen Chupacabra hält. Der finale Beitrag glänzt durch einige Albernheiten, beinhaltet jedoch auch eine gewisse Situationskomik, wogegen die Pointe etwas schwächelt. (6/10)
Letztlich verhält es sich wie bei recht vielen Kurzfilmsammlungen, denn Abwechslung ist aufgrund verschiedener Ausrichtungen geboten und selbst schwächere Beiträge sind hinsichtlich der Kürze eben rasch überstanden. Kann man mal locker mitnehmen.
6,5 von 10