Review
von Leimbacher-Mario
Unfallversicherung
Eine Art klassische DTV-Version im Stile von „Smokin' Aces“ oder „Polar“ hatte ich mir vom (unter Fans sehr beliebten) Scott Adkins-Vehikel „Accident Man“ erhofft - und irgendwie zwar auch bekommen, jedoch ohne mich umzuhauen oder wirklich zu sättigen... Die B-Film-Version eines überdrehten Comics erzählt von einem Auftragskiller, der seine Morde wie Unfälle aussehen lässt und der es nun mit etlichen seiner brutalen Kollegen zu tun bekommt, von einer Samurai-Schülerin bis zu einem „Giftzahn“, als seine schwangere Ex-Freundin unter mysteriösen und brutalen Umständen ermordet wird...
„Accident Man“ hat ein paar Dinge auf dem Kerbholz bzw. der Habenseite. Zu Fights Jai White vs. Adkins sagt man nie nein, einige Figuren sind herrlich überzeichnet und schräg, die britischen Vibes und Akzente sind auf 11 gedreht und hier und da brechen auch mal Knochen oder fliegen Köpfe. Adkins ist zudem wie immer der solide Heros, Ray Stevenson überzeugt noch eher als sein Mentor Big Ray und sogar der Score hatte seine pushenden Momente. Schön ist auch, dass die Kämpfe nicht zerschnitten sind und man an vielen Ecken merkt, dass Adkins und Regisseur V. Johnson mittlerweile ein eingespieltes, tolles Team sein können. Weniger gut gefallen hat mir die ellenlange, lahme Rückblende in die Jugend (natürlich ohne Adkins), die insgesamt deutlich zu vielen Minuten auf der Uhr, einige dann doch leider deutlich behäbig wirkenden Kampfchoreos (selbst wenn man nicht mit „The Raid“ vergleicht) und viel zu kurz kommende, kuriose Sidekicks bzw. Nebenfiguren. Da wäre insgesamt dann doch noch mehr drin gewesen. Vielleicht macht das die angekündigte Fortsetzung besser?! Richtig heiss darauf bin ich allerdings nicht...
Fazit: vom „Unfallmann“ hatte ich etwas mehr erwartet, ist er doch eines der gemeinhin beliebtesten Adkins-Actionfeuerwerke und bekommt wohl sogar bald ein schlagkräftiges Sequel. Ein paar nette (wenn auch da nicht allzu spektakuläre!) Kämpfe, kesse Sprüche und harte Höhepunkte, weirde Figuren und ein Star in Topform gleichen eine schwache Geschichte, etliche Längen und sogar ein paar enttäuschende (!) Fights nicht ganz aus. Ein durchschnittlicher Timewaster für meinen Geschmack.