Am Anfang war die Ameise. Dann schuf Regisseur Gordon Douglas 1954 „Formicula“, was wiederum als Vorlage für das 1989 entstandene Amiga-Spiel „It Came from the Desert“ diente. Doch es dauerte bis vor kurzem, als ein paar Finnen auf die Idee kamen, daraus einen Spielfilm zu basteln, - mit einer Million Dollar in rund zwanzig Tagen abgedreht, wonach das Endergebnis in jeder Hinsicht auch aussieht.
Motocross-Fahrer Lukas und sein technisches Genie Brian zieht es gemeinsam mit Love Interest Lisa in die Wüste, um mit Gleichgesinnten zu feiern. Bei Erkundungen am Rande entdecken die Jungs ein verwaistes Forschungslabor und stoßen auf eine Riesenameise.
Ihre Spezies benötigt zum Fortbestand Ethanol und jener Alkohol fließt unweit der Station in Strömen…
Regisseur Marko Mäkilaakso konnte bereits mit seinem Vorgänger „Yeti – Das Geheimnis des Glacier Peak“ ein wenig Erfahrung im Bereich Tierhorror sammeln, während vorliegendes Werk eher eine Hommage an das Spiel und die damit verknüpften Achtziger darstellt. Das offenbart bereits früh der minimalistische Synthie-Score, der in leicht variierter Form ans Spiel angelehnt ist, während eine Teenie-Romanze in seiner unbeholfenen Art ebenfalls 80er-Flair ausstrahlt.
Über stereotype Figurenzeichnungen kommt unser Heldentrio zwar nicht hinaus, doch immerhin beschwingt deren Elan und Tatendrang. Leider trüben unzählige Popkultur-Referenzen und zahllose Zitate das Vergnügen auf Dauer merklich. Ist der Film im Film „Eradicator“ mit bewusst peinlichen Ausschnitten noch herrlich trashig ausgefallen, wird es spätestens bei „Ich schau dir in die Augen, Kleines“ peinlich.
Dass sich die Viecher phasenweise wie bei der Augsburger Puppenkiste bewegen, liegt nicht an der Qualität der Animation, sondern an der Tatsache der genetischen Kreuzung von Ameise, Spinne und Alien-DNA, wodurch die Biester auch springen können und wahlweise kichern oder versuchen ihre Bronchitis in den Griff zu kriegen. Schlimmer als bei SyFy sind die CGI zumindest nicht ausgefallen.
Immerhin nimmt sich der Stoff nicht allzu ernst, obgleich er phasenweise zwischen albern und infantil pendelt, während die Kamera ordentlich abliefert und bei einiger Motocross-Action sogar recht stylisch daherkommt, wogegen darstellerisch nicht mehr als Mittelmaß drin ist. Insgesamt rettet die flotte Inszenierung die dünne Geschichte noch ein wenig, doch mehr als Durchschnittstrash sollten Genrefreunde nicht erwarten.
5,5 von 10