kurz angerissen*
Der Anklang an die guten alten Zeiten atomverseuchter Rieseninsekten, auch er verliert seinen Glanz, wenn man ihn mit billigem Dosenbier verklebt.
Nichts gegen Teenage Party Horror, aber eine Liebesbekundung an das Genre-Kino der 50er Jahre hätte durchaus ein wenig mehr Ambitionen vertragen können. Eigentlich handelt es sich bei "It Came From The Desert" ja um eine Verfilmung des gleichnamigen Amiga-Computerspiels aus dem Jahr 1989, aber die notdürftige Rahmenhandlung um einen schüchternen Biker der Marke Surfer-Dude, seinen spatzenhirnigen Biker-Kumpel mit Football-Statur und ein biederes Dorfprinzesschen mit Asskick-Gen dürfte mit der Vorlage, aus der man im Abspann einige Ausschnitte zu sehen bekommt, nicht das Geringste zu tun haben. Auch die gelegentlichen Anspielungen auf Filmklassiker bleiben Fremdkörper, plump und bisweilen auch inkonsequent. Auf "Jurassic Park" hätte man bei derart vielen Gelegenheiten durchaus geschickter verweisen können als mit einer dümmlichen Feststellung der Marke "Das ist ja wie bei Jurassic Park", und Linnea Quigleys Striptease aus "Return Of The Living Dead" nach dem ersten Kleidungsstück wieder abzublasen, ist einerseits nicht so wirklich Sinn der Sache, andererseits vielleicht aber ganz gut so im Kontext dieses alles andere als sleazigen, sondern eher popcorntauglichen Unterhaltungsfilms für Teenager.
Die notwendigen Kontraste zum gängigen Creature-Trash werden durch einigermaßen passable Computereffekte erzeugt, mit denen wenigstens Anschluss gehalten wird an die niedere B-Kategorie der Marke "Big Ass Spider" oder "Stung". Somit hebt sich die Produktion zumindest in dieser Disziplin gerade noch ab vom wahren Bodensatz, jenen berüchtigten Fließbandhallen, in denen hundertfach schattenlose, unnatürlich gleitende Billig-Krabbler mit strukturlosen Körpern geklont werden. Was nun nicht bedeutet, dass die überdimensionalen Ameisen aus "It Came From The Desert" Meisterwerke der Rechenkunst darstellten.
Gepunktet wird immerhin in Sachen Location. Bei der Kombination aus Wüstenlandschaft und Motocross mit gigantischen Sechsbeinern im Rückspiegel stand natürlich "Arac Attack" Pate, aber die andalusische Ödnis kann sich als Schauplatz durchaus sehen lassen. Völlig inkompatibel mit dem orangefarbenen Sand unter knallblauem Himmel ist allerdings der zwischen Melancholie und Dramatik pendelnde Synthesizer-Soundtrack, der höchstens durch einen möglichen Verweis auf die Spielvorlage zu erklären ist, wohl kaum aber mit der albernen Stimmung des Films in Einklang zu bringen ist, in der eine alkoholhaltige Umgebung zur Wiege für angehende Helden wird.
Wüsste man das alles vorher, würde man diesen 90-minütigen Zeittotschläger wohl wesentlich lockerer nehmen; aber irgendwie hat man von einem Titel wie "It Came From The Desert" dann doch etwas Cooleres erwartet.
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