Review

Höhlenmenschen sollten eigentlich schon vor Jahrmillionen ausgestorben sein, aber dank der Evolution, die vor einiger Zeit beim modernen Menschen den Rückwärtsgang eingelegt hat, bleibt zum Glück die Hoffung bestehen, dass uns diese Spezies noch lange erhalten sein wird...

"Eegah" jedenfalls handelt von einem solchen Neandertaler, den die Fleischeslust packt, er kurzerhand eine wirklich adrette Lady entführt, bis ihr Beatnik-Freund auftaucht, um seinen Goldschatz zurück zu erobern... Oftmals in einem Atemzug mit "The Beast of Yucca Flats" oder "Manos - The Hands of Fate" genannt, gilt das Werk von Regisseur und Hauptdarsteller Arch Hall Jr. als eines der schlechtesten Werke aller Zeiten und ist schon seit Ewigkeiten u.a. in der IMDb in den "Worst 100" ganz oben zu finden.

In der Tat ist "Eegah" fernab davon, ein wirklich guter Film zu sein. Anderseit muss jedoch relativiert werden, dass er dem Ruf, eine echte Stinkbombe darzustellen, auch nicht ganz gerecht wird. Zu sympathisch ist die Darstellerriege um James Dean-Lookalike Arch Hall Jr., der wirklich hübschen Marilyn Manning sowie Bond-Beißer Richard Kiel als Höhlenmenschen, als das man dieses naive B-Movie wirklich hassen könnte. Die Story ist natürlich nichts anderes als ein höchst preiswerter Mix aus "Die Schöne und das Biest" oder "King Kong".

Handlungstechnisch geht nichts anderes von statten als das Hall durch die Wüste irrt, sich hin und wieder mit Schlange oder Wölfen rumschlagen muss (reingeschnittenes Archivmaterial), während sich Manning als Gefangene in der Höhle den plumpen Annährungsversuchen des Steinzeitmenschen erwehrt. Ein Härtegrad ist - außer in punkto Langeweile - nicht vorhanden und auch die dramaturgische Spannung sorgt für keine schlaflosen Nächte. Der Beatnik befreit die Lady, der Höhlenheini wiederum platzt am Ende in dessen Party rein, um kurzerhand von der Desert Force abgeknallt zu werden. Punkt. Ende. Credits. Aus.

Trotz aller Naivität und dem billigen Budget, das man aufgrund des immerhin recht hochwertigen Filmmaterials nicht ständig anmerkt, ist "Eegah" ein Werk mit echtem Kuriositätenbonus. In Deutschland offiziell nie veröffentlicht fristet der Streifen ein nicht ganz zu Unrecht schon seit Jahren ein Schattendasein als vergessene Kultperle. Filmfans, die jedoch mit der Tatsache abfinden, dass auch Raritäten Schrott sein können,  sollten "Eegah" schon mal gesehen haben.

Totaler Quatsch, aber auch irgendwie sympathisch und deshalb 6 von 10 Punkten wert!

Details