Sobibor war ein Vernichtungslager der Nazis in Polen. Am 14. Oktober 1943 kam es zu einer Flucht, bei deer 365 Menschen entkommen konnten. Der Film gibt diese Ereignisse wieder.
Was die Menschen in Sobibor und anderen Lagern erdulden mussten, ist unvorstellbar. Der Film zeigt das zumindest im Ansatz und das ist zum Anfang auch auf bedrückende Art packend, wenn ein Zug mit Juden eintrifft, die Menschen mit Musik und falscher Hoffnung empfangen und sortiert werden, bevor jene, die für die Nazis nicht von Wert sind, direkt in die Duschen geführt und vergast werden. Diese Szenen werden in allen schrecklichen Details gezeigt.
Doch die so aufgebaute beklemmende Atmosphäre wird alsbald wieder zunichte gemacht. Denn über eine viel zu lange Zeit ergeht sich Sobibor nun in wahrhaft menschenverachtenden Greueltaten, physisch wie psychisch. Leider scheint sich der Regisseur eben lieber auf diese Unmenschlichkeiten zu konzentrieren, anstatt auf eine packende Hinleitung zum Aufstand und der Massenflucht, die doch das zentrale Thema darstellen sollte, doch wird relativ unspektakulär in der letzten halben Stunde abgehandelt.
Ein paar Nazis werden heimlich beseitigt, worauf bei einem Appell alles eher zufällig in Gang kommt. Wir bekommen viele rennende Menschen in Zeitlupe zu sehen, die erstaunlich unbeteiligt und vor allem alle wohl genährt wirken. Das ist alles viel zu bemüht, um die angestrebte, erschütternde Wirkung auch tatsächlich zu entfalten. Zumal zwar in einigen Fällen solide darstellerische Leistungen geliefert werden, aber eben nicht durchgehend. Viele Gesichter sind einfach unbewegt, von Angst, Resignation oder auch Hass ist da wenig zu finden. Da bringen die Darsteller der Nazis ihre empfundene Alltags-Langeweile deutlich glaubwürdiger rüber.
Mit an Bord als Zugpferd ist Christopher Lambert, der ehemalige Highlander. Doch er schaut aus, als würde er eine Latexmaske tragen, entsprechend zeigt er wenig Mimik und spielt, als stünde er beständig unter Einfluss von Beruhigungsmitteln.
Die Kamera leistet solide Arbeit. Punkten kann die Produktion mit der Ausstattung, den das Lager wirkt auf mich recht authentisch. Rein technisch gibt es da wenig zu bemängeln.
Aber das reicht einfach nicht aus. Da war die Version von 1987 mit Rutger Hauer deutlich besser und packender, hatte den Fokus aber wesentlich mehr auf den Ausbruch gelegt und weniger auf die Nazigreuel.
Zu viel Nazigreuel, zu wenig Ausbruch. Optisch gut, aber nicht packend und nicht so erschütternd, wie dieses Drama sein sollte.