Review

Nach der Lektüre des Buches habe ich nun endlich ES in der Wallace-Verfilmung gesehen und bin sehr beeindruckt. Dabei habe ich den Film anfangs noch unterschätzt: zu Beginn hakt er ein Thema nach dem anderen ab und kommt wie leichtfüßige Fernsehunterhaltung daher. Je länger das gleißende Projektorenlicht aber auf einen einstrahlt, desto mehr vergisst man jedoch die kritische Distanz zur Inszenierung und wird intensiv in seinen Bann gezogen. Die Summe aus den vielen Details ergab dann immer mehr ein vollendetes Puzzlespiel des Grauens. Tim Curry als Pennywise feierte sich auf seine Art permanent selbst, und schaffte das Kunststück, bei all dem Klamauk tatsächlich so richtig furchteinflößend zu sein. Das im Film gezeigte Buch mit den jahrhundertealten Zeichnungen zum Clown war perfekt, so muss man das inszenieren. ES ist nicht nur der Roman einer Kindheit, sondern zugleich der Film einer Kindheit. Die Szenen wirken allesamt wie Erinnerungen, die zu jeder Zeit ins Extreme kippen können. Der vielgerügte Schluss passt nach dieser Logik voll und ganz ins Bild, man fühlt sich direkt wie in Joe Dantes MATINEE. Als wenn die Cormanschen Film-Monster aus den Jugenfilmen der 50er die Erwachsenen dann einholen. Der Film ist nun zuende, aber ich glaube, dass einmal Sehen zu wenig ist. Er wird mich wohl noch eine Weile begleiten.

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