Mann, was ein grottiger Film.
Nach einem Monolog, der auf einen spannenden Horrorfilm einstimmen soll, passiert die ersten fünfundzwanzig Minuten lang nichts, was den Zuschauer bei Laune hält.
Aus Langeweile hab ich nicht sonderlich aufgepasst, wahrscheinlich habe ich deswegen nicht verstanden, wieso die Frau plötzlich schwanger war.
In einem Interview mit dem Regisseur sagte er selbst, das Baby Blood erst sein zweiter Spielfilm war und er den billigsten Film der Welt drehen wollte, was er letztendlich aber doch nicht geworden ist. Außerdem soll es der einzige französische Splatter-Film sein.
Für Splatter-Fans gibt es zwar einige Gore-Effekte, die auch recht gut gelungen sind, aber irgendwie langweilt es irgendwann, wenn das Blut immer auf dieselbe Art (aus einer Kanüle) spritzt. Übrigens wußte ich gar nicht, das über dem Schlüsselbeinknochen eine Schlagader sitzt, aus der eine Blutfontäne spritzt?! Olaf Ittenbach ist da eine Spur besser.
Handlungsmäßig zieht sich der Film teilweise wie Kaugummi und man möchte ein bißchen vorspulen. Die Langatmigkeit lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn es nur um eine Hauptperson geht.
Die deutsche Synchro der Nebenrollen wirkt meistens ziemlich amateuerhaft, was sich aber andererseits gut dem Rest des Filmes anpasst.
Gegen Ende wird sich jeder wohl darüber wundern, warum die Leute, die Yanka (die Hauptdarstellerin) anspricht, keine Reaktion auf das viele Blut in ihrem Gesicht zeigen. Aber dieses Manko übersehe ich einfach mal.
Als sie dann in einen Bus einsteigt, dessen Passagiere angeblich Fussball-Fans sein sollen, die aber allesamt den Eindruck von notgeilen Vergewaltigern erwecken, findet der Film seinen (dramatischen?) Höhepunkt. Als der Bus explodiert, gibt es übrigens nur einen Feuerball auf der Straße zu sehen, keine Wrackteile, keinen brennenden Bus, nichts.
In der US-Version wird das Monster/Baby übrigens von Gary Oldman synchronisiert, in der franz. Fassung vom Regisseur selbst (laut Alain Robak in einem Interview)
Alles in allem ist Baby Blood wirklich nichts besonderes, auch vom Blutgehalt her nicht. Aber falls man ihn mal irgendwo in die Finger bekommt, kann ein einmaliges Ansehen auch nicht schaden.