Mit „Baby Blood“ bewies Regisseur Alain Robak 1989, also noch lange vor „High Tension“ und „Inside“, dass die Franzosen eben doch durchaus auch zu splattern in der Lage sind. Angelegt als absoluter Low-Budget-Film, erzählt „Baby Blood“ die Geschichte einer ungewollt schwanger gewordenen Mutter, die hin- und hergerissen ist zwischen Ablehnung des Fötus und instinktiver Mutterliebe und sich auf sich allein gestellt in einer frauenfeindlichen Umgebung behaupten muss. Dieser Anspruch des Films ist allerdings nicht immer ganz einfach zu erahnen, wurde er doch eingebettet ist einen splatterigen Horrorfilm um ein unbekanntes Urzeit-Wesen, das im Bauch der Mutter heranwächst, ständig neues Blut braucht und im Laufe der Spielzeit immer komödiantischer mit der Mutter kommuniziert Diese Mischung aus Humor, Horror und Sozialdrama ist ungewöhnlich und sicherlich nicht leicht verdaulich. Die leidensfähige Hauptdarstellerin Emmanuelle Escourrou trägt aber nicht nur durch ihren Mut zur Nacktheit und Hässlichkeit ebenso zum Gelingen bei wie die innovative Kameraarbeit, der düstere, schmutzige Look des Films und die meist trotz mitunter unrealistisch aussehender Blutspritzereien gut umgesetzten Splattereffekte. Mit der Deutung, dass schwangere Frauen vollkommen unzurechnungsfähig und über Leichen zu gehen bereit sind, möchte ich mich an dieser Stelle lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen… man möge mir diesen sarkastischen Ausrutscher verzeihen und sich diese kleine, aber feine Low-Budget-Perle zu Gemüte führen – Genrefreunde dürften nicht enttäuscht werden.