BABY BLOOD (1990)
Ist ein Französischer Splatterfilm von Alain Robak. Er ist sein erster Genrefilm und er zählt als inspiration und Vorreiter für die späteren BIG FOUR (High Tension, Inside, Martyrs & Frontier's). Alain Robak ist bekannt geworden durch Komödien und Dramen. In Interviews erzählte er, dass er es liebt mit wenig Geld zu Arbeiten und so arbeitete er bei Baby Blood mit wenig Geld, woraus er mit viel liebe und Hingabe einen speziellen Low budged Film machte. Die Schauspieler die er für diesen Film engagierte, kamen aus dem Theaterschauspiel und hatten noch nie zuvor in Horrorfilmen gespielt.
STORY: Yanka (Emmanuelle Escourrou) lebt mit ihrem gewalttätigen Freund, den sie später verlässt, in einer Zirkusgemeinschaft. Ein neuer Tiger bringt einen Parasiten mit sich, der sich in Yanka einnistet und Besitz über sie ergreift. Sie verändert sich. Sie verlässt die Gemeinschafft Hals über Kopf, um ein eigenständiges Leben, ohne Gewalt zu führen. Doch der Parasit in ihr hat ebenfalls ein Ziel. Er möchte ernährt werden und geboren werden. Dafür braucht er sehr viel Blut, was Yanka ihm verschaffen soll. Anfangs versucht sie sich gegen den Parasiten zu währen, sie will sich umbringen, doch es gelingt ihr nicht. Sie gewöhnt sich an ihm, mordet für ihm, ernährt ihm, wechselt von Job zu Job um nicht aufzufallen und bringt ihm schließlich zur Welt. Zur Welt gekommen benötigt er Yanka nicht mehr und geht sein eigenen blutigen Weg.
Die Story erinnerte mich ganz stark an Frank Hennenlotters ELMER.
EFFEKTE: Da wenig Geld zur Verfügung stand, hat Robak was Cleveres gemacht. Er hat die billigen Effekte durch sehr viel Blut und geschickte Kameraführung und Schnitte vertuscht. Er hat z. B. das Messer in Kameraperspektive immer wieder in sein Opfer stoßen lassen. Die Geburt des Parasiten wird dem Zuschauer vorenthalten, stattdessen bekommt er jede menge Blut um die Ohren gefeuert. Leider ist das ganze nichts Neues und lässt den Genrefan schnell langweilen.
ATMOSPHÄRE: Leider kommt im gesamten Film keine gute Atmosphäre zustande. Der Film trägt geringe inhaltliche und späktakuläre Abwechslung mit sich, wodurch die Story schnell erzählt ist. Dadurch leiert die Story spannungslos vor sich hin. Soundtrack ist gut und passend gewählt, holt dennoch nicht viel an Spannung und Atmosphäre raus. Manche Orte sind ebenfalls gut gewählt, aber es fehlt das gewisse Etwas für eine passende Atmosphäre. Die einzigen Höhepunkte sind die Kills gepaart mit viel Blut. Man merkt, dass Robak im Horrorgenre damals wenig Erfahrung hatte.
SCHAUSPIEL: Die Leistung der Schauspieler ist unter durchschnittlich. Dementsprechend sind die Charaktere nicht für voll zu nehmen und alles andere als überzeugend. Das rum Gehampel der Hauptdarstellerin und der Nebendarsteller ist sehr anstrengend und gehen einen irgendwann auf die Nerven. Jean-François Gallotte zeigt sich leider nicht von seiner besten Seite, was sehr schade ist, denn ich persönlich mag ihn sehr als französischen Schauspieler.
FAZIT: Eigentlich bin ich ein großer Freund des französischen Humors, aber in diesem Fall will der Funke einfach nicht überspringen. Klar, er ist einer der ersten Splattermovies aus Frankreich, aber nichts Neues, sondern aufgewärmte Kost aus alten tagen. Zum einmal schauen reicht Baby Blood vollkommen aus. Der Blutgehalt ist sehr hoch und könnte den ein oder anderen ansprechen. Der Humor ist sehr speziell und könnte ebenfalls den ein oder anderen gefallen. Da man weiß, das Robak bewusste einen Billigen Film machen wollte, sieht man das ganze schon mit anderen Augen und Subjektiv betrachtet, ist es ihm gelungen.