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Vier Freunde machen sich auf den Weg zu einer Wanderung durch Nordschweden. Es war eine Idee ihres verstorbenen Kumpels, sie wollen ihm auf diese Weise gedenken. Der Trip nimmt eine unerwartete Wendung, als die Wandergruppe während eines Unwetters in einer Waldhütte Unterschlupf sucht.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Adam Nevill schuf Regisseur David Bruckner einen soliden Wald- und Wiesenhorror, der seine schöne Landschaft mit mythologischem und persönlichem Horror auffüllt. Gedreht wurde dabei in den rumänischen Karpaten.
Die Geschichte versucht sich daran, die Aufarbeitung eines Schuldkomplexes in einen archaisch-mythologischen Rahmen einzubetten. Und das gelingt ihr auch ganz gut, die Kulisse eignet sich dafür auch formidabel und manches Bild ließe sich problemlos an die Wand hängen. Im Bereich Atmosphäre ist „The Ritual“ überdurchschnittlich und es ist bemerkenswert, welch unbehagliches Gefühl er szenenweise auch am helllichten Tag erschafft.

Woran es dann hakt, ist dann mal wieder manches Verhalten der Figuren bzw. deren Charakterisierung, was dem Genre ja nicht fremd ist. Mag man Nachsicht walten lassen ob mancher Stresssituation, bleibt es dabei, dass immer jemand am Rad dreht und nerven muss. Auch das stellenweise oft eingesetzte Gefluche langweilt schnell. Dabei ist die Aufarbeitung des über allem schwebenden Konflikts interessant und sogar wichtiger Bestandteil der gesamten Geschichte.
Zum Ende hin wird der Dramateil dann leider über Bord geworfen und man wird zeigefreudig. Das schmälert das Mysterium. Denn wie so oft ist das, was man nicht sieht, am schauderlichsten. Trotzdem fand ich das, was da gegen Ende wartet, immerhin ansprechend designt.

Aber sei's drum, mit „The Ritual“ gibt’s solide Genrekost mit knackiger Laufzeit und einer tollen Kulisse, optisch wie akustisch. Manch anstrengende Passage der Figuren umschifft er leider nicht und er fügt dem Genre auch nichts Neues hinzu. Aber das, was er letztlich macht, macht er gut.

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