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Alle 23 Jahre kommt der JeeperCreeper, ein geflügeltes Monster mit Bärenkräften im Frühjahr auf die Erde und ernährt sich 23 Tage lang. Wer ihm dabei in die Quere kommt, ist verloren - einige Überlebende, Augenzeugen und Hinterbliebenen vom letzten Mal vor 23 Jahren haben sich diesmal zusammengetan, um das Monster endgültig zu vernichten. Dieser 3. Teil, der zeitlich - warum auch immer - zwischen Teil 1 und 2 angesiedelt ist, kann die hohen Erwartungen, die der geneigte Horrorfreund nach den ersten beiden Filmen hatte, jedoch nicht erfüllen.

Zu den Dingen, die mir hinterfragenswert erscheinen, gehört zweifellos zum einen der unheimliche Lastwagen, den der Creeper auch in diesem Teil benutzt - dieser ist "kugelfest" bzw. reflektiert MG-Salven. Dies ist für meinen Geschmack zu übersinnlich, genau wie die bei geöffneten Ladetüren wie ein Haifischgebiss zuschnappenden Stahlstangen. Zwar ist die ganze JC-Story übersinnlich, den Begleit-Phänomena der ersten beiden Teile konnte man jedoch wesentlich besser folgen. Zum anderen ist dies der Creeper selbst, den man nun öfters bestens ausgeleuchtet sieht, wodurch dieser einen Gutteil seines Schreckens verliert. Obendrein sorgt manch recht merkwürdige Verhaltensweise eher für Schmunzeln denn für Gänsehaut - so riecht der Creeper nicht nur Angst, sondern offenbar auch Urin (wtf?)

Der Hauptteil des Films dreht sich um die Truppe Freiwilliger, die in bester Vigilanten-Manier unter dem Kommando des sehr umsichtigen Sheriffs Tashtego (sehr gut: Stan Shaw) mit einem auf die offene Ladefläche eines Trucks montierten MG den Creeper erledigen wollen, dabei neben und mit der örtlichen Polizei (wie gewohnt ziemlich schnarchnasig) agieren, jedoch stets zu spät kommen. Währenddessen werden einige Nebenstränge verfolgt, wie beispielsweise derjenige der vom Himmel gefallenen Hand des Creepers bei seinem letzten Erscheinen, die zwischenzeitlich auf einem Hügel vergraben wurde und die sich der Creeper noch holen will (wieso eigentlich - er hat ja wieder beide Hände). Die allerdings vorzeitig wieder ausgebuddelte Hand eröffnet denjenigen, die sie berühren/ergreifen, Visionen über Geschichte und Herkunft des Creepers - leider erfährt man zu keiner Zeit, was die mit blinden Augen in der Luft Schwebenden da sehen... oder ist dies einem möglichen weitere Sequel vorbehalten? Zumindest die letzte Szene des Films deutet eine weitere Fortsetzung an...

Die an sich in ordentlichem Tempo inszenierte Jagd auf den Creeper wird dann jedoch immer wieder durch den überflüssigen Subplot einer Lovestory zwischen einer jungen Pferdebesitzerin und einem örtlichen Kaufmannssproß ausgebremst - er spendiert ihrem Pferd eine Ladung Heu, obwohl deren Familie pleite ist - ganz rührselig, aber völlig unwichtig für den Creeper und seine Verfolgung. Daneben gibts noch vier jugendliche Mopedfahrer, die den alten Lastwagen entdecken und ihn, da sie ihn nicht öffnen können, beschädigen wollen - was fatale Folgen für sie nach sich zieht. Einer der vier wird zudem davor als Tierquäler eingeführt, sodaß sich das Mitleid in Grenzen hält - dies gilt für alle Beteiligten, außer für den als Wissenden recht vorsichtig und überlegt agierenden Tashtego, der sogar den örtlichen Polizeichef, einem Meisterschützen, von der Gefährlichkeit des Creepers überzeugen kann (die Gretchenfrage, ob man die Kreatur überhaupt töten kann, läßt er übrigens wohlwissend unbeantwortet).

Während einige (aber nicht alle) der Schock-Effekte klar erkennbar(!) aus der CGI-Kiste stammen, enthält dieser 3. Teil doch immerhin noch ein paar fiese Fallen, die für gewisse Unterhaltung sorgen: Die Harpune aus dem Auspuffrohr gehört dazu, auch die Stahlstange zwischen den Vordersitzen ist nett, während die Ninjasterne, der Speer und die Handaxt eher zum erwartbaren Repertoire des Monsters gehören. Die Splattereffekte halten sich in Grenzen, einige Dinge werden abgeblendet bzw. im Gegenschnitt gezeigt. Gewünscht hätte man sich etwas mehr Erklärungen zu des JCs Existenz und Beweggründen, leider trägt auch dieser Teil fast nichts dazu bei. So bleibt ein mittelprächtiger Horrorfilm, der klar hinter den Erwartungen zurückbleibt, teilweise recht klischeehaft aufgezogen ist aber dennoch einige spannende Momente bietet. 6 Punkte.

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