Die Verfilmung des ersten Teils von Jeff VanderMeers SciFi-Trilogie ist vermutlich die bislang bestrezensierte Produktion, die je auf Netflix ihre Premiere hatte – abgesehen von einem kleinen Kinostart ausgerechnet in den USA. ARRIVAL, LOST, BLAIR WITCH PROJECT und JURASSIC PARK sind die prominentesten Referenzpunkte, die genannt wurden. Dennoch zu „brainy“ sei der Film fürs Kinomainstreampublikum, wurde vermutet.
Natürlich sind die Vergleiche offensichtlich, insbesondere an LOST und ARRIVAL wird man in einzelnen Szenen direkt erinnert, sie tun dem Film jedoch nicht gut, denn ANNIHILATION zieht in jeder Hinsicht den Kürzeren. Dabei baut der Film mit seiner tranceartigen Inszenierung insbesondere in der langen ersten halben Stunde selbst schon eine Erwartungshaltung auf, die er letztlich nicht erfüllen kann.
Sicher, wenn die Expedition aus der AREA X in THE SHIMMER loszieht, dann ist das atmosphärisch und spannend, alles kann jetzt passieren – und dann passiert doch nur das, was eben passiert. Und das ist angesichts der Möglichkeiten, die die (im Übrigen durchaus interessante) zentrale Idee des Films anbietet, eine herbe Enttäuschung. Ähnlich wie die Optik des Films, die ständig zwischen ästhetisch eindrucksvollen aber tendenziell kitschigen Landschaftsaufnahmen auf der einen und mittelguten Visual Effects auf der anderen Seite schwankt. Das Finale schließlich kann man als für einen Genrefilm gewagt bezeichnen – oder als unfreiwillig komisches Mummenschanz-Tanztheater sehen. Und das Ende, nun ja, sagen wir mal, es ist der erste Teil einer Trilogie, da war so etwas zu erwarten, etwas eleganter hätte man es dennoch lösen können.
So bleibt ein mittelmäßiger Mischmasch aus Horror und Verlustdrama mit Science-Fiction-Einschlag, an den man sich vermutlich nur wegen einer einzigen wirklich unheimlichen Szene erinnern wird. Es wird nichtsdestotrotz interessant sein, was die Sequels aus dem Stoff machen, vielleicht unter einem etwas visionäreren Regisseur als Alex Garland.