Shanghai ist eine Metropole der Kontraste und zählt mit seinen rund 23 Millionen Einwohnern zu den größten Städten der Welt. Für die vorliegende Mischung aus Action und Heist-Movie dient sie als exotisch anmutender Schauplatz, wogegen die Story nicht ansatzweise innovativ erscheint.
Shanghai: Vor einem Jahr wurde die Sicherheitsfirma von Stratton (Orlando Bloom) während eines Transports um einen van Gogh erleichtert, seither leidet sein Ruf. Über Umwege erhält er nun den Auftrag, eine wertvolle Vase nach London zu bringen, doch auf dem Weg zum Flughafen wird das Team von Unbekannten attackiert, wobei Stratton einen der Täter von damals wieder erkennt. Da dürfte der van Gogh nicht weit weg sein…
Nach der Exposition mit Überfall und kleiner Explosion dauert es ein wenig, bis die Action erneut einsetzt. In dieser Zeit führt Regisseur Charles Martin die Helden ein, welche zwar eher stereotyp ausfallen, im Zusammenspiel jedoch recht sympathisch erscheinen.
Neben der lässigen JJ (Hannah Quinlivan) gibt es den väterlichen Kumpeltypen Mach (Simon Yam) und den Nerd und Drohnenspezialisten DingDong (Lei Wu), der relativ viel Screentime erhält und mit seinen Aktionen ab Mittelteil für ein konstant hohes Tempo sorgt.
Jenes beschert denn auch Kurzweil, denn anderweitig ist es um die eigentliche Story eher schwach bestellt. Die Bösewichte sind von vornherein klar auszumachen, anberaumte Twists verpuffen nahezu, während es inhaltlich lediglich um Verfolgung, Austausch, Wiederbeschaffung und vermeintliche Deals geht.
Immerhin geht dies mit einiger Action einher, wenn es mit gleich mehreren Motorrädern durch schillernde Stadtviertel geht, ein Fahrzeug erst nach mehreren Überschlägen zum Stillstand kommt und eine Verfolgung durch Polizisten nur mithilfe einer kreisenden Drohne bewerkstelligt werden kann. Aufgrund vieler Kulissenwechsel kristallisieren sich die extremen Unterschiede innerhalb Shanghais heraus, denn es geht von futuristisch angehauchte Clubs über dreckige Hinterhöfe und enge Seitenstraßen, zurück zu High Society Events, die oftmals in schillerndes Neonlicht getaucht werden.
Als unerwartetes Manko erweist sich Orlando Bloom als Stratton, dem es sichtlich an Coolness mangelt, was gewiss nicht nur auf die unvorteilhafte Kurzhaarfrisur in Wasserstoffblond zurückzuführen ist. Zwar punktet er während einiger Fights und führt kleinere Stunts auch selbst aus, doch mimisch war er selten so schwach. Seine Mitstreiter performen demgegenüber mit wesentlich mehr Spielfreude.
„The Shanghai Job“ zählt zu jenen Filmen, die einen passablen Unterhaltungswert bescheren, jedoch rasch nach Sichtung in Vergessenheit geraten, da es an markanten Eigenheiten und erinnerungswürdigen Schauwerten mangelt. Die Action ist zwar gut über die Laufzeit verteilt und sorgt phasenweise für Spannung, doch anderweitig mangelt es an Überraschungen und kreativen Ideen, während die überschaubare, in weiten Teilen vorhersehbare Story nicht zu den Stärken zählt.
Knapp
6 von 10