Review

History Repeating

Laute Bomben, Menschen laufen,
hohe Zäune, nicht die Zeit sich ein „gutes“ Gewissen zu kaufen.
 
„Human Flow“ von Ai Weiwei bringt einem Völkerflucht nah,
da ist man endlich mal mittendrin statt zu hören nur Blabla.

In sich ruhend, fast schon mit zu „schönen“, lyrischen Bildern,
Angst und Hoffnung und Trauer konnte mir bisher kein Film sonst so nah bringen und schildern.

Die Würde des Menschen ist unantastbar,
dagegen wirkt manch ein Staatsoberhaupt wie ein leerer Kasper.

Von Syrien bis Mexiko, von Afrika bis aufs Mittelmeer,
in diese Gesichter zu gucken ist notwendig und schwer.

Eine Welt voller Vorurteile und Angst vor dem Fremden,
doch vieles ändert sich, wenn ihr euch nur einmal packt bei den Händen.

Blickt man in die Augen, dann rücken Religion und Hautfarbe und Stand ganz weit weg,
denn kein Mensch sollte oder hat es gar verdient zu leben in solchen Bergen von Chaos, Unsicherheit und Dreck.

Solch massive Aufgaben zu bewältigen wir hätten,
doch Egoismus, Gier, Macht und vollkommen unnötige Kriege legen uns scheinbar ewig in Ketten.

Wie ein Adlerauge kreist die Kamera über die laufenden Massen,
während wir hier unser Geld für das zehnte Paar Schuhe verprassen.

Das ist schon paradox, das macht schon was sauer,
vor allem in unseren Herzen wir einzureißen hätten die ein oder andere Mauer.

Es sagt sich so leicht, hört auf das Schießen und Töten,
doch es muss doch Gemeinsamkeiten, Vergebung und Empathie geben, die uns unterscheidet von Fliegen und Kröten.

„Human Flow“ schafft einen Überblick über eine Welt im Wandel und Trott,
da können wir uns nur selbst helfen, als ein Volk, ein Planet, da kommt kein Allheilmittel oder Gott.

Weiwei begibt sich in die tiefsten Gefilde,
er versucht hochzufahren einige rostige Schilde.

Ohne zu predigen, einfach nur durch Zeigen und Halten,
danach dürften doch keine ideologischen Klüfte mehr unseren schönen Kontinent spalten.

Aber manchmal versteht man als kleines Licht die große Welt nicht,
aber ich frage mich halt, warum ändert sich vom Kleinen zum Großen, vom Mann zur Masse so dermaßen die Sicht.

Fazit: Eleganz und Schönheit treffen auf Traurigkeit und Angst. Ai Weiwei hat mit „Human Flow“ ein leises und dennoch unfassbar lautes Manifest in Sachen Völkerflucht, Menschenrechte und unumgänglicher Hilfsbereitschaft geschafft. Wichtige Doku und bedrückender Bilder, die viel grössere Verbreitung verdient hätten. 

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