Dafna Feldmann (Sarah Adler) erleidet einen Nervenzusammenbruch als Ihr an der Wohnungstür in Tel Aviv 2 Soldaten berichten, dass ihr einziger Sohn Jonathan (Yonaton Shiray) in Ausübung des Wehrdienstes gefallen ist. Ihr Ehemann Michael (Lior Ashkenazi) lehnt aggressiv jede Unterstützung ab, will den Tod seines Sohnes nicht wahrhaben und tatsächlich stellt sich heraus, dass ein anderer Jonathan Feldmann gefallen ist, während ihr Sohn an einem kleinen Grenzposten Wachdienst schiebt…
Samuel Maoz’ (geb. 1962 in Jaffa „Lebanon“ 2009) Drama findet allerdings noch eine spätere Wendung, welche die tragische Situation des sich seit Jahrzehnten im Krieg befindlichen Staates Israel versinnbildlicht. Haben eben noch vier junge Soldaten aus Langeweile einen albernen Tanz im Niemandsland ausgeführt, erklärt Michael seiner Frau kurz vor Schluss die Schritte des Foxtrotts, welche die Tänzer immer wieder an ihren Ausgangspunkt zurückbringen. Symbolik pur, denn auch Jonathans Vater war einst Soldat. Eine große Botschaft, gepaart mit einigen wirklich eindringlichen Szenen, leider sperrig und mit ganz langen Porträteinstellungen erzählt. Obwohl Regisseur Maoz eigene Erfahrungen aus der israelischen Armee verarbeitet, meint Israels Kulturministerin Miri Regev (Likud) das Drama wolle „Lügen gegen die moralischste Armee der Welt mithilfe der Kunst zu verbreiten“. In Venedig erhält Samuel Moaz` Film 2018 den Silbernen Löwen. (7,5/10)