Aus den Rockern der Achtziger sind mittlerweile Biker geworden, die sich größtenteils in so genannten MCs (Motorcycle Club) formieren. Gesellschaftliche Konflikte, die besonders in den 60ern und 70ern vorherrschten, scheinen in den Hintergrund getreten zu sein, - eher hört man ab und an von rivalisierenden Gangs, was auch in diesem Streifen kurzfristig angesprochen wird.
Im Vordergrund steht jedoch das titelgebende Massaker, in das die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Rockergang und Cops mündet.
Im weitesten Sinne ist die Geschichte im Bereich „Rape and Revenge“ anzusiedeln, da dem Ganzen eine Vergewaltigung durch Cop Putnam vorausgeht, der sich an Lynn verging und sie zum Schweigen zwang. Entsprechend stachelt Putnam Lynns Vater an, den Schuldigen in der Rockergang zu suchen, der kurzerhand einen erfahrenen Scharfschützen anheuert…
Die „Spirits“, die hier die Straßen um Michigan unsicher machen, bestehen aus einer realen Gang aus Detroit, was zum Vorteil hat, dass sämtliche Gestalten absolut authentisch rüberkommen, sich kaum verstellen müssen, sondern einfach nur sie selbst sind.
Die Typen provozieren zwar gerne, sind im Grunde aber friedlich und helfen sogar einem älteren Paar bei einer Panne. Dem hiesigen Cop Putnam sind sie jedoch von vornherein ein Dorn im Auge, er schikaniert sie und sucht fadenscheinige Gründe, um die Jungs (und wenigen Mädels) einbuchten zu können, was ihm auch für eine Nacht gelingt.
Als zwei der Gang hinterrücks im Hinterhof ihres Clubs erschossen werden, machen sich Ohnmacht und Unsicherheit breit.
Das Lebensgefühl der Biker wird recht lebendig transportiert, die Kamera ist ihr ständiger Begleiter, düst mit ihnen über die Landstraße und wälzt sich über die Wiese, wenn es einigen mal wieder zu gut geht. Fast ein wenig zu enthusiastisch zelebriert man einige Gelage und Fahrten, bevor die Sache endlich sein eigentliches Thema aufnimmt und nach dem einschneidenden Ereignis der Vergewaltigung an der Spannungsschraube dreht.
Zwar kristallisiert sich innerhalb der Biker keine markante Hauptfigur heraus, doch das Kollektiv und das Zusammenspiel einzelner Typen bewirken bereits einen hohen Sympathiefaktor, während die Cops und alle weiteren gesetzlichen Instanzen kompromisslos fies gezeichnet sind.
Dabei schlägt man gar sozialkritisch zynische Töne an, denn neben erzählerischen Songs erklingt aus dem Radio just die US-Hymne, als ein Convoy auf dem Weg zu einer Beisetzung ist und ein Waffenhändler hat sein Arsenal direkt hinter einer riesige US-Flagge gebunkert.
Was während der Actionszenen, sprich Schießereien besonders ins Auge sticht, sind die zahlreichen blutigen Einschüsse in Zeitlupe. Hier gibt es besonders im letzten Drittel auf einem Friedhof Massensterben in Slow Motion, was für Freunde expliziten Blutvergießens der Höhepunkt darstellen dürfte.
Vom Timing her ist zwar nicht alles optimal abgestimmt und so wirklich fesselnd gestaltet sich der Showdown nicht, doch das Tempo geht in Ordnung, während die Kamera weiterhin solide mitarbeitet.
Trotz einigen Leerlaufs bietet der Streifen unterhaltsame und gegen Ende immer blutigere Kost. Die Story ist simpel aber effektiv und auch wenn kein einzelner Sympathieträger in den Mittelpunkt gestellt wird, so überzeugt doch die Authentizität der Rocker und das Vorgehen, nachdem zwei ihrer Mitglieder erschossen wurden.
Nichts wirkt gekünstelt, kaum etwas gestellt und auch wenn die Schwarzweißmalerei ein wenig überzogen wirkt, kommen Freunde der etwas blutigeren Gangart durchaus auf ihre Kosten.
7 von 10