Review

Die kleine Gemeinde Keddie im Norden Kaliforniens kennt eigentlich niemand, denn dort wohnen weniger als 70 Einwohner. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort, als es 1981 zu einem schlimmen Verbrechen kam, für das bis heute niemand bestraft wurde. Erst 2016 wurde der Fall wieder aufgerollt, als ein vermisster Hammer auftauchte.
Der Home Invasion Film „The Strangers“ wurde stark von den wahren Begebenheiten beeinflusst, der sich allerdings nicht so sehr an die Fakten hält wie vorliegender Streifen.

11. April 1981: Die allein erziehende Mutter Sue lebt mit ihren Kindern in einer abgeschiedenen Waldhütte, als Tochter Tina spät am Abend ein lautes Klopfen an der Tür vernimmt. Der Fremde möchte ihr Telefon benutzen, doch Tina lässt die Tür geschlossen. Etwas später sieht sich das Mädchen einem Maskierten gegenüber, der es nicht ausschließlich auf sie abgesehen hat…

Dafür, dass es sich um einen wahren Kriminalfall handelt, erfahren wir herzlich wenig über die Figuren. Die Familie zog jüngst von einem Trailer in die Hütte, Mutter Sue ist liebevoll, verantwortungsbewusst und in entscheidenden Momenten resolut, während der merkwürdige Nachbar Marty bei einem Polizeiverhör eingeführt wird, an welches später noch einmal angeknüpft wird. Auch der Zeitgeist der frühen Achtziger ist nur unzureichend eingefangen, denn weder Frisuren, Klamotten oder andere Requisiten deuten eindeutig auf diese Ära hin.

Die Belagerung und der anschließende Terror sind indes gar nicht schlecht in Szene gesetzt, obgleich das nur einmalige Zurückschlagen mit einem Baseballschläger mal wieder zu den unverzeihlichen dummen Verhaltensweisen in Horrorfilmen zählt. Die Masken der Eindringlinge in Form von Horrorclown und Totenschädel sind schlicht aber effektiv, das Timing stimmt, die Kamera arbeitet überwiegend solide, nur der Score versucht in einigen Momenten den Terror ein wenig zu beschwichtigen, was ein wenig deplatziert daherkommt.

Allerdings hat sich jener Terror vor Ablauf von einer Stunde bereits erledigt und das Verhör mit besagtem Nachbarn und kurz darauf dessen Kumpel wird fortgesetzt. Leider ergeben die Szenen rein gar keinen Aufschluss über eventuelle Abläufe, sie fallen weder spannend noch anderweitig interessant aus und es entsteht der Eindruck, dass Regisseur Andrew Jones schlicht die Ideen ausgegangen sind. Ein weiteres Indiz ist der Abspann, der quasi in Zeitlupe nochmal satte zehn Minuten in Anspruch nimmt, um irgendwie auf 80 Minuten zu kommen.

In Sachen Home Invasion, Belagerung und Terror wird zwar nichts Innovatives geliefert, doch zumindest gerät der Einstieg dessen creepy, während spätere Konfrontationen durchaus Spannung erzeugen und auch darstellerisch okay abgeliefert wird. Die anschließenden Verhöre fügen dem Ganzen jede keine erweiterten Erkenntnisse bei, so dass man diese auch komplett hätte weglassen und stattdessen die Vorgeschichte der Familie ein wenig detaillierter durchleuchten können. Unterm Strich zu unausgegoren.
Knapp
5 von 10

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