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In fremden Gärten ist das Gras immer... surrealer?

"Greener Grass" war einer meiner Favoriten unter den diesjährigen Kurzfilmen des Fantasy Filmfests. MTV meets David Lynch. Eine kreative Dekonstruktion des feinen Vorstadtlebens. Wie ein Alptraum mit Weichzeichner und Pastelltönen. Partner sind austauschbar, Kinder Prestigeobjekte (und ebenso austauschbar), die beste Freundin immer gleichzeitig auch größte Feindin, Konkurrentin, Gefahr. Von mysteriösen Spannern, dicken Fußballbäuchen und plötzlichem Haustierzuwachs.

Hinter jedem Zaun lauert der Neid, hinter jeder Zahnklammer die Essenreste. Eine nicht enden wollende Spirale der Eitelkeiten und des schlechten Geschmacks, der sich einbildet das Nonplusultra zu sein. Einfach köstlich, manchmal sogar genial. Das hätte ich mir gut noch ein paar Minuten angucken können. Sicher einer der besseren, kritischeren und clevereren Kurzfilme seines Jahrgangs. Immer neben der Spur und dabei wunderschön eitel, eingebildet und eigenartig. Eben genau wie seine elegant parodierte Zielgruppe.

Fazit: entweder man liebt diese Art von Humor oder man versteht die Welt nicht mehr. Vorstadtidyllen wie ich sie mag! Nightmare Daydream. Very Desperate Housewives.

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