Das man mit Filmen des japanischen Workaholics Takashi Miike vorsichtig umgehen muss, ist selbst in unseren Landen bei Filmfans bekannt. Neben Knallern wie "Audition", "Dead or Alive" oder "Fudoh" liefert der gute Mann eben auch viel Schund und billige TV-Filmchen ab.
Die Mangaverfilmung "Salaryman Kintaro" von 1999 zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Miikes, ein Ansehen lohnt trotzdem. Immerhin entstand der Streifen in einem guten Jahr (1999 wurden ebenfalls "Audition" und "Dead or Alive" veröffentlicht) und zeigt, dass der, als Vollblut-Sicko bekannte Regisseur auch abseits seiner Gewaltexzesse ansprechende Filme machen kann.
Hier geht es um den Überlebenskampf einer Baufirma aus Tokyo, es geht um Korruption, Wirtschaftintrigen und die brutalen Machenschaften der Firmenbosse. Ein Stoff, den man von Miike nicht unbedingt gewohnt ist. Auch die Umsetzung ist überraschend straight und schnörkellos ausgefallen. Keine Tabubrüche, keine Gewaltausbrüche. Dafür bekommt man in Kintaro einen sympathischen Protagonisten, der sich gegen das korrupte System auflehnt und damit dem Wunsch des einfachen Mannes nach Gerechtigkeit und sicherer Arbeit nachkommt.
Leider hat der Film bei 110 Minuten mit einigen Längen zu kämpfen, da sich die Actionelemente größtenteils auf die letzten 20 Minuten konzentrieren.
Sowieso ist dieser Film wohl nur für Miike-Fans und Asia-Interessierte zu empfehlen, die sich auf diesen soliden aber unspektakulären Wirtschafts-Thriller einlassen wollen.
Ich kann dem Film jedenfalls nichts Schlechtes nachsagen - außer seiner Durchschnittlichkeit. 5/10