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Zwei alte Minenarbeiter entdecken eine weisse Masse, die aus der Erde quillt und auch noch lecker süß schmeckt. Ein Konzern macht damit unter dem Namen "The Stuff" den dicken Reibach, denn die Leckerei schlägt dank großer Werbekampagne und erheblichem Suchtpotential ein, wie eine Bombe. Die Konkurrenz von der Eismafia beauftragt daher den ehemaligen F.B.I.-Agenten und Industriespion David "Moét" Rutherford, um die Rezeptur herauszufinden. Dabei stösst der (nach dem Schampus benannte) auf den kleinen Jungen Jason, der als einziger zu bemerken scheint, dass sich das Zeug im Kühlschrank bewegt ... Die Ausgangsposition ist noch relativ harmlos für die Lachmuskeln, in gewisser Weise eine Variation vom "Blob", nur quasi zur inneren Anwendung. Was folgt wird immer absurder, voran eilend gibt sich Michael Moriarty als großmäuliger Lebemann mit nicht halb soviel Stil wie ein James Bond, doch doppelt soviel Dusel und Dummdreistigkeit in seinem Vorgehen. Seine Verbündeten im Kampf gegen die parasitäre Masse, die Menschen von innen auffrisst und kontrolliert, sind neben dem Jungen der noch überdrehtere Chocolate Chip Charlie (deckt die Abteilung PC-Witze in Sachen Rassismus ab) sowie die Werberin Nicole (damit überhaupt eine Frau irgendeine Rolle von Bedeutung spielt). Denn ansonsten kann die Bedrohung für das amerikanische Volk mal wieder nur von echten Patrioten in Uniform gelöst werden, auch wenn die in Taxis vorfahren. Der Glaube an die feindlichen Kommunisten, die das Land unterwandern, zieht bekanntlich immer und beschert dem Zuschauer den einen oder anderen Lacher zur Lage der US-Nation mit ihren heimattreuen Klischees. Einen ernsthaft erschreckenden Horrorfilm darf man trotz Sci-Fi-Paranoia-Flick keinesfalls erwarten, denn "The Stuff" ist ein klassisches B-Movie mit allerlei Ideen, die ganz bewusst den Trashfan beglücken können. Besonders schön sind die unglaublich lockeren Sprüche, Klamotten wie "Die Zwei" mit ihren legendären Onelinern lassen grüßen. Zwischendrin gibt es allerdings immer wieder eindeutige Spezialeffekte von den verrotteten Mundhöhlen, aus denen der Schleim hervorquillt oder auch mal auswandert, den einen oder anderen Kopf zeigt die Kamera auch ohne Gehirn. Das rückt die Lebendkulturen im Kühlschrank zumindest in ein dubioses Licht, schockiert aber kaum. Neben den schönen Mutationseffekten ist die zähflüssige Pampe gelungen, mit Eis und Löschschaum werden die Kulissen zunehmend mehr weiss eingefärbt, bei den lächerlich-trashigen Übergriffen der Lebensform aus dem Erdinneren wird auch mal auf etwas Latex zurückgegriffen, wie in miesen Monsterfilmen der 50er Jahre. Bestes Statement zwischen B-Sprüchen für Frohnaturen: "Wir sind Idealisten, aber nicht verblödet".

Fazit: Parodistischer Genremix, irgendwo zwischen "Der Blob" und Troma-Produktionen. Weniger gesellschaftskritisch, als ideenreiche Horrorkomödie aus dem B-Regal. 6/10 Punkten

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