Untergräbt die achte Meile
„Bodied“, über einen weißen Studenten, der im Battlerap-Zirkus landet,
gehöre ich jetzt zu euch dreizehn, die diese Entdeckung auf YouTube fandet?!
Spaß beiseite, produziert von Eminem und grandios inszeniert,
wundere ich mich mehr denn je, warum der ein wenig im Rohr krepiert.
Klar, ein einstiger Disneystar als Battlerapper klingt erstmal... naja,
doch dass diese ernst zu nehmende Mehr-als-Parodie nicht nur scherzt, macht sie ruckzuck klar.
Wenn Hip-Hop zu deinen bevorzugten Musikrichtungen zählt,
sei ein weiterer Nur-den-Probemonat-Abschliesser, der so YouTube quält.
Allein für diesen brandheißen Scheiss lohnt sich das locker,
meine Hand liegt im Feuer, dieser Mix haut dich vom Hocker.
Klasse Reime, Schellen für alle, fast schon subversiv,
geht dieser Querschläger in Sachen Rassismus, Klischees und Vorurteile richtig tief.
„Bodied“ ist unterhaltsam as fuck und eine echte Keule,
manchmal musste ich mich zusammenreißen, dass ich nicht au'm Boden liege und heule.
Dagegen sind meine Verse ein peinlicher Witz,
hier kriegt jeder sein Fett weg, das ist weit mehr als nur ein Blick durch den Subkultur-Ritz.
Marshal Mathers wusste definitiv was er da macht,
wäre der im Kino gelaufen, vor der richtigen Crowd, wäre der Saal vor Gebrüll auseinandergekracht.
Hätte den Netflix gekauft, hätte er das Zeug zum Hype und Hit gehabt,
denn hier sind von den Schreibern bis zum verspielten Regisseur wirklich alle begabt.
Vor allem die Backpfeife in Richtung Alltagsrassismus sitzt,
das ist manchmal schon fast brutal, selbst wenn hier kein Blut spritzt.
Calum Worthy beweist sich hier wirklich würdig und schießt unfassbar drauf los,
da hing ein ums andere Mal die Kinnlade in meinem Schoß.
Auch die privilegierteren weißen SJWs (ätzender Begriff, sorry) kriegen ihr Fett weg,
ich hoffe nur, dass das vor lauter Provokation, doppeltem Boden und Beleidungen auch jeder checkt.
„Bodied“ befindet sich zwar schon in einer Nische,
doch wenn das kein waschechter Geheimtipp der 2010er ist, bin ich ab heute Grieche.
Zwei Stunden, die wie im Flug vergeh'n,
egal ob’s Traum oder Alptraum ist, mal in einem solchen „Kampf“ zu steh'n.
Egal ob echter Gangster oder Poetry Slammer,
egal ob schwarz, weiß, gelb, Frauen oder Männer.
„Bodied“ muss man sehen um das zu checken und zu glauben,
dieses Werk plus seine Themen werden noch laange nicht anstauben.
Irgendwo zwischen „8 Mile“ und „Popstar: Never Stop Never Stopping“,
das geht runter wie ein Frozen Yoghurt mit Extra Topping.
Frei, frisch, voller Mut und Kraft,
gibt es fast nichts, was dieser Gem hier nur unbefriedigend schafft.
Nochmal: es ist mir unerklärlich warum den keiner kennt,
hier haben Jugend und Filmwelt wirklich was verpennt!
Fazit: wow, was für ein Banger und Gewinn für YouTube! Nicht nur für Rapfans eine Offenbarung, die in alle möglichen Richtungen austritt und die richtig pusht, pumpt, powered! Fordernd, provozierend, hart, satirisch, witzig, echt, meta, weise, strasse - das komplette Paket! Riesig.