Review

Haare auf den schönen Zähnen 


Wer ist hier der Mörder, wer die wahre Gefahr? 
Dieser Rom-Thrill braucht für seine Faszination keine großen Namen, keinen Star. 

„Beast“ erzählt von der wilden Natur in uns, von Schuld und von Buße, 
in jedem Blick, in jedem Ton, in jedem Winkel zeigen sich hier Leidenschaft und Muße. 

Eine junge Frau verliebt sich in einen fremden Mann, 
er schlägt sie mit seiner mysteriösen, leicht kratzigen, rebellischen Art in seinen Bann. 

Doch gleichzeitig passieren in der abgeschiedenen Gemeinschaft bestialische Morde, 
was die strenge Familie und das verunsicherte Mädel wirft etwas in Sorge. 

Doch wer fährt hier mehr aus die Krallen und Beißer,
„Beast“ ist sehr nuanciert und sensibel, das Gegenteil von einem lauten Reisser. 

Beide Leads spielen aufopferungsvoll gut,
man spürt jederzeit ihre Zerrissenheit und Glut. 

Die Landschaftsbilder sind grün, grau, wabernd und schön, 
ganz unbedarft und untergründig wird hier aufgewühlt mit leisen Tön'.

Gesellschaft und Familie, Charakter, Ursprung und Natur, 
in seiner Auslegung und Interpretation bleibt dieses Gothicmärchen nie verfahren und stur. 

„Beast“ ist ein famoses Slowburn-Erstlingswerk, 
da steht man vor lauter Emotionen und Unsicherheiten vor einem mit scharfen Kanten gespickten Berg. 

Fazit: lyrisch, poetisch, chic, romantisch, persönlich, emotional - und doch bissig und biestig genug. Meilenweit von „Twilight“ entfernt, eher in der Tradition von „Ginger Snaps“. Modernes Coming-of-(R)Age-Märchen. Leicht arthousig, stark gespielt. Psychologisch eindringlich. Wer ist hier das Biest?!

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