iHaveCNit: Am Strand (2018)
So ganz im Fahrwasser des Erfolges um „Lady Bird“ kam der nächste Film mit der dreifach oscarnominierten Saoirse Ronan aktuell in die Kinos. „A Chesil Beach“ bzw, „Am Strand“ ist ein Romanverfilmung des gleichnamigen Romans von Ian McEwan, der bereits unter anderem die Vorlage zu „Abbitte“ geliefert hat. Ian McEwan ist hier für das Drehbuch zuständig und Dominic Cooke für die Regie. Den Roman habe ich nicht gelesen, daher kann ich zur Vorlage nicht wirklich etwas sagen, aber für mich hat der Film vermutlich das Problem, dass er sich sklavisch an seine Vorlage halten muss, was ihm einiges an Wirkung nimmt, würde der Film nicht auf einem Roman basieren.
Florence Pointing und Edward Mayhew lernen sich in den 60ern auf einer politischen Veranstaltung kennen. Er stammt aus eher bürgerlichen Verhältnissen während sie aus einer elitären Familie kommt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick und trotz gesellschaftlicher Unterschiede schließen sie den Bund der Ehe. Die Flitterwochen sollen in einem Hotel am Chesil Beach nahe Dorset erfolgen und auch hier soll die letzte Konsequenz einer Ehe folgen. Da beide unterschiedliche Vorstellungen an die Hochzeitsnacht knüpfen steht eine konlifkt- und folgenreiche Nacht bevor.
Wie ich bereits geschrieben habe, ist mir der Roman selbst noch nicht untergekommen so dass ich keine Aussage zur Vorlage und Umsetzung treffen kann. Aber ich denke mal, dass man sich etwas sklavischer an dem Buch orientierte – vor allem, wenn der Autor auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Und da liegt vermutlich eines der großen Probleme des Films, auch wenn das Konzept des Films sehr interessant ist. Die Haupthandlung findet im Hotelzimmer statt, während im Laufe des Films die Hintergründe per Flashbacks eingestreut werden, die auch interessante Übergänge bieten und ein paar starke Momente liefern. Jedoch sorgen die ganzen Flashbacks dafür, dass die Handlung im Hotelzimmer etwas aus dem Fokus gerät und seine kammerspielartige Atmosphäre nicht ganz ausspielen kann. Aber der Film liefert eine tolle Atmosphäre der 60er in England und zeigt auch die gesellschaftlichen Unterschiede der damaligen Zeit auf und wie die Gesellschaft damals mit Liebe und auch sexueller Aufklärung und freier Selbstbestimmung umgegangen ist. Für mich ist der Kern dieses Films auch die Chemie zwischen Saoirse Ronan und Billy Howle die wunderbar funktioniert auch weil sich das Schauspiel beider perfekt auf ihre Rollen anpasst. Während Saoirse Ronan ihre Figur mit elitärer Perfektion und Intelligenz sowie einer gewissen Portion von Unschuld und Furcht ausfüllt wirkt Billy Howle wie ein etwas unkontrollierter unangepasster und unbeholfener Typ, der ein wenig rebellischer rüberkommt. Das macht die Beziehung der Beiden auch sehr glaubhaft. Die Konklussion auf die der Film rausläuft ist konsequent und bricht etwas mit der üblichen Erwartung, bietet aber zusätzlich noch manche Entwicklungen, die dem Film zu einem runden Ende helfen sollen, aber irgendwie für mich deplatziert gewirkt haben.
„Am Strand“ - My First Look – 7/10 Punkte.