Review

Ein Coming-of-Age-Horror-Mystery aus Skandinavien, das bei mir eine breite Palette an Emotionen ausgelöst hat. Der Einstieg ist stark: Der Vater geht mit seiner Tochter im Winter in den Wald jagen. Ein süßes Bambi taucht vor ihnen auf, das Kind beobachtet es fasziniert. Der hinter ihr stehende Vater legt mit dem Gewehr auf das Rehlein an, schwenkt den Lauf dann aber zu seiner Tochter & zielt auf ihren Kopf. Man merkt, wie er mit sich ringt. Das Bambi läuft weg, die Kleine dreht sich um, Vater nimmt die Waffe runter. Was bringt einen Vater dazu, auch nur daran zu denken, seine kleine Tochter zu töten? Es dauert seine Zeit, bis wir hinter das Geheimnis um diese Familie kommen, da ist definitiv Geduld gefragt.

Joachim Trier erzählt ruhig & unspektakulär, jedoch mit einem Gespür für einprägsame Bilder vom Erwachsenwerden der jungen, streng gläubig erzogenen Thelma (Eili Harboe), die über unheimliche Kräfte verfügt, die sie nicht beherrschen kann. Ihre Eltern sind überfürsorglich, wollen über alles Bescheid wissen, schließlich sind die Verlockungen an der Universität groß. Alkohol, Drogen, Partys, Jungs. Dann hat sie in der Bibliothek eine Art epileptischen Anfall... Mehr will ich gar nicht verraten, es lohnt sich das, was dahintersteckt, selbst herauszufinden. Toll gespielt, klasse inszeniert, mit ein paar Momenten, die unter die Haut gehen. Sehr stark.

Details
Ähnliche Filme