Review

Davidine gegen (den inneren) Goliath

„I Kill Giants“ erzählt ruhig und eindringlich die Geschichte eines jungen Mädchens, dass sich in ihrem Leben allein und missverstanden fühlt, einen schweren Schicksalsschlag zu verdauen hat - und sich eine eigene Welt voller Riesen und fantastischer Herausforderungen schafft, die sie scheinbar von der Realität ablenken…

Es gibt eine nette animierte Erzählung über die Geschichte der Riesen und Titanen, hier und da sieht man auch mal einen. Aber Kaiju-Battle darf hier bitte keiner erwarten. Viel mehr ist das eine Art Vorbild und Partnerfilm zu „A Monster Calls“. Es steht ein enorm kraftvoller, seelischer und trauriger Kern im Mittelpunkt und Hintergrund des Geschehens. Die kleine Hauptdarstellerin macht das super, es wird trotz seinem Anker und Grund für alles nicht zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, es gibt einige ganz feine Songs und alles durchzieht eine gewisse 80er-Aura und Melancholie a la „E.T.“ oder „Goonies“, nur in leicht depressiver und ohne in diesem Jahrzehnt zu spielen. Wenn Computerwesen und -effekte zum Einsatz kommen, dann sehen diese gut aus. Und trotz rebellischem Verhalten nerven die Kinderfiguren nie zu sehr. Es steht eine weise, lebensbejahende Message am Ende und wenn man nicht mit komplett falschen, actionorientierten Erwartungen an die Sache herangeht, kann ich mir nicht vorstellen, dass hier Leute enttäuscht zurückgelassen werden. Trotzdem lohnt es sich noch immer die über allem stehende Graphic Novelle zusätzlich unter die Lupe zu nehmen.

Fazit: schöne und gefühlvolle Verfilmung der Graphic Novelle - die aber noch besser ist. Fantasievoll, emotional, groß. Mehr als nur ein Tearjerker und YA-Mischmasch. Nur bitte keine Monsteraction erwarten!

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