Review

Ein Film so ähnlich wie "Das weisse Band". Zu lang geraten, deutsche Geschichte im Schwarzweiss-Breitwandformat. Wenig Handlung, viel Ansätze zum Diskutieren und Interpretieren. In künstlerischer Hinsicht in jedem Fall ein ungewöhnliches Werk: Die Kernaussage ist wohl, dass jeder in jeder Situation zum Schwein pervertieren kann. Hier ist es die Uniform, die aus dem jungen Fahnenflüchtigen ein Scheusal in Menschengestalt werden lässt. Aber möglich ist es grundsätzlich immer. So wie der von Samuel Finzi gespielte Gefangene, der auch die Lust am Töten entdeckt. Interessant auch der Brückenbau zur Gegenwart mit dem fahrenden Schnellgericht Herold in der heutigen Zeit im Abspann. Handwerklich ist der Film auch tadellos. Kraftvoll und nimmt einen gefangen. Vielleicht etwas zu lang aber doch recht spannend.
Viele Szenen im Film haben für mich dann aber wieder keinen Sinn gemacht, ein etwas arg merkwürdiges Drehbuch. Stellenweise sogar ein wenig krank und pervers - wie der Krieg eben halt auch.
Insgesamt ein etwas merkwürdiges Werk mit starker künstlerischen Note. Diskutabel und nachhallend.

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