Review

Black Emanuelle - Stunden wilder Lust
Der Skandal Film, der für so viel Furore und Gesprächstoff sorgte, wohl doch eher heiße Luft um nichts!

Story:
„Emanuelle“ (Laura Gemser) ist Journalistin und Fotoreporterin in Amerika und geht für ihren Verlag, der Oberschicht nach. Sie recherchiert in wohlhabenden Kreisen, die Sexualpraktiken derer und ist schockiert über so viel Perversität …

Hilfe, was war ich auf diesen Film gespannt gewesen. Von wie vielen Leuten hat man gehört, dass dieser Streifen böse derb ist und den Zuschauer regelrecht „schockieren“ wird. Irgendeine Szene mit einer Frau & Pferd, dann ganz üble und realistische Folterszenen, knallharter Sex usw. Ja ja … das Stillepost Prinzip und die liebe Übertreibung sage ich da nur. So kann ich ganz salopp sagen, wer diesen Film als „schockierend“ empfindet, der sollte einen ganz weiten Bogen um so manch Amateur Splatter machen. Denke ich hier an „Burning Moon“ oder „Zombie90“ usw. wirkt „Black Emanuelle - Stunden wilder Lust“ im Vergleich wie eine niveauvolle Peepshow.

„Black Emanuelle - Stunden wilder Lust“ ist seinerzeit ein typischer „Joe D'Amato“ Sexfilm aus Italien. Herausstechen aus Hunderten anderen dieser Art tut er nur, da hier halt der Versuch unternommen wurde, Einschnitte von Perversionen darzustellen, die lediglich den Zweck dienen sollten, um zu provozieren, um so den Film in Erinnerung zu halten, quasi als dauerhaftes Etikett. Man darf nicht vergessen seiner Zeit gab es extreme Filme wie heut zutage nicht, wo literweise Blut spritzt oder Folterung und Morde am Fließband geschehen. Da war der Streifen früher halt schon was Besonderes in Kombination mit Sex und gerade „Joe D'Amato“ ist bekannt für solch „Experimente“ und nicht umsonst eine Ikone dieses Genres. Auch wenn die zwei umstrittenen Szenen dieses Films nicht zwingend sein mussten, passten sie zumindest zum Thema und der Story.

Die Story ist einfach gestrickt, für die Schauspieler auch keine große Herausforderung und der Erotik Faktor, konnte nur durch „Laura Gemser“ punkten, wäre sie nicht dabei gewesen wäre der Film ein absoluter Flop geworden. „Laura Gemser“ spielte wie gewohnt perfekt und absolut authentisch, da wo sie ist, liegen ihr Männer und Frauen zu Füßen. Der Beiname „Liebesgöttin“ passt zweifelsfrei, durch ihre charmante und selbstbewusste Art die Erotik darzustellen, bekommt der Film gleich ein höheres Niveau. Was er auch dringend gebraucht hat.

Nun zu diesen zwei besagten Szenen. Also das Erste dürfte die angebliche Sodomie Szene sein, die sich aber als nichts anderes als eine dargestellte Absamung eines Hengstes zeigt, wie sie bei der assistierten Reproduktion Verwendung findet und der künstlichen Befruchtung dient. Im Film dargestellt durch eine nackte Frau (vermutlich Tierärztin), die den Penis eines Hengstes stimuliert. Wirkt in dem Zusammenhang vielleicht etwas fremdartig oder gar schockierend, da man dies nicht kennt, ist aber nichts Besonderes, da dies Selbst heute noch in einigen Ländern in der Pferdezucht angewendet wird. Zu „Sodomie“ wird das Ganze halt nur, da die Frau nackt ist und keinen weißen Kittel trägt. Szene Nummer zwei, dürfte dann die realistisch wirkende Folterung in einem Lager sein. Okay, hier gebe ich zu, dass das Gezeigte schon ziemlich echt wirkt. Könnte daran liegen das der Effekt durch die Projektion und der Gelbfilter entsteht. Doch ist auch dies nichts Neues oder Schockierendes. Gezeigte Folterungen gab es auch im Mittelalter z.B. bei der heiligen Inquisition. Wirkt zwar beklemmend und pervers, aber das sollte es halt in diesem Film. Zu guter Letzt noch den umstrittenen „harten Sex“. Wo bitte ist dieser? Mehr als ein Softporno ist das hier nicht, wenn überhaupt. Die Sexszenen könnte man auch im Nachtprogramm eines Privatsenders zeigen. Ne ne, so krass ist das hier alles nichts.

Alles im allem ist „Black Emanuelle - Stunden wilder Lust“ ein typischer Sexfilm von „Joe D'Amato“ mit etwas befremdlichen Szenen, einer hübschen bezaubernden „Laura Gemser“, einer mageren Story, die durch sie aber aufgewertet wird und sogar minimale Atmosphäre bekommt. Netten Panoramaaufnahmen in der natürlich die karibische Insel nicht fehlen darf, passende und typische Musik von „Nico Fidenco“ und etwas Erotik. Das alles im wunderschönen Charme der 70er.

Fazit:
Für „Joe D'Amato“ oder „Laura Gemser“ Fans absolutes Pflichtprogramm. Nostalgiker könnten auch noch einen Blick wagen und Zuschauer, die mit dem Genre nichts anfangen können, sollten besser abschalten. Ich fand den Film nett, wurde teilweise unterhalten aber sehe ihn nicht als absolute Perle an. So gibt es von mir noch den „Gemser“ Bonus und bewerte den Film mit großzügigen 7/10

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