Die Fotojournalistin Emanuelle reist auf der Suche nach immer neuen pikanten Scoops von den USA über Venedig bis in die Karibik. Dem Geist der freien Liebe verpflichtet, erlebt sie dabei leidenschaftliche Abenteuer und enthüllt mit vollem Körpereinsatz dekadente und grausame Machenschaften schmieriger Schlimmfinger.
„Der dritte Teil über die wahllos Frauen und Männer wechselnde Edelnutte (‚Heiraten ist keine Dummheit, sondern ein Verbrechen‘), bietet nicht einmal mehr einen exotischen Hintergrund für seine konfuse, äußerst tendenziöse Handlung. Wir raten ab.“ Mit einer ebenfalls recht tendenziösen Einschätzung der Titelfigur versuchte der katholische Filmdienst seinerzeit vergeblich den Streifen madig zu machen. Wenngleich die Warnung angesichts der gebotenen Schauwerte sogar überraschend zurückhaltend ausfällt. Denn neben den durchaus vorhandenen exotischen Schauplätzen beinhaltet BLACK EMANUELLE - STUNDEN WILDER LUST so ziemlich alle Zutaten eines mustergültigen und bisweilen extremen Sexploitation-Klassikers.
Mit seiner episodenhaften Handlung, dem internationalen Flair und hochklassig schicken Schweinereien allein bietet der Film dem geneigten Bahnhofskinogänger schon bereits sehr solide 70s Erotik-Thrills. Objektiv betrachtet, dürfte die routinierte Seichtigkeit, in der sich die Handlung wiegt, besonders abseits des Genrepublikums für ein gepflegtes Gähnen sorgen. Umso erstaunlicher, dass der Film neben den unregelmäßig eingestreuten Hardcore-Sexszenen und der geschmacklos-überflüssigen Pferdeszene fast unvermittelt im Vorbeigehen ein paar der drastisch brutalsten Szenen zur Snuff-Thematik mitnimmt, die das Kino zu bieten hat.
BLACK EMANUELLE - STUNDEN WILDER LUST ist ein fragwürdiger, berühmt-berüchtigter Exploiter, den man nicht guten Gewissens empfehlen kann - aber genau das macht ihn und die Filme seiner Zeit letztlich so einzigartig und auf kribbelige Weise großartig.
Im direkten Vergleich würde ich Laura Gemsers Dschungelausflug in NACKT UNTER KANNIBALEN jedoch vorziehen, da er kurzweiliger und straffer inszeniert wurde.