An diesem "Werk" (von "Film" möchte ich hier nicht sprechen) missfällt mir so einiges:
- ein Nichts von Handlung
- ausufernde, allerbanalste Alltagsdialoge
- keinerlei sichtbare visuelle Gestaltung (der Kameramann scheint außer langen, starren Einstellungen und Zooms nichts zu können)
- keinerlei Spannung
- nicht die geringste Anregung zu einer kreativ-differenzierten Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen
- ausufernde, ja quälende Langeweile
Worum geht's?
Die junge und bereits erfolgreiche Schauspielerin Younghee (Kim Min-hee) flüchtet aus einer problematischen Beziehung zu einem verheirateten älteren Regisseur nach Hamburg. Dort wandert sie mit einer koreanischen Freundin durch die Stadt, redet Belangloses ("Die Märkte sind schön hier"/ "Die Würste schmecken gut"/ "Das Wetter ist kühl" etc. Fehlte nur noch "Das Wasser ist nass"/"Nachts ist es dunkel". Man trifft deutsche Bekannte (mal wieder fürchterlich hölzerne deutsche Schauspieler) ... und redet über Nichtigkeiten. Nach kurzer Zeit fliegt sie in ihre Heimatstadt Gangneung in Südkorea zurück. Dort trifft sie ehemalige Freunde und Kollegen ... und redet Belangloses ...
Regisseur Hong Sang-soo will uns den Schmerz bei der Verarbeitung einer schwierigen und letztlich gescheiterten Beziehung schildern, stellt die Zuschauer aber vor eine harte Geduldsprobe. Denn warum sollte man sich 100 Minuten lang Dialoge anhören, wie man sie tagein, tagaus bei allen Gelegenheiten aufschnappen kann? Sicher, Kim Min-hee spielt ihre Rolle überzeugend, aber so schwer fand ich diese Herausforderung auch wieder nicht. Dass sie bei der Berlinale 2017 dafür als beste Schauspielerin geehrt wurde, lässt eher Rückschlüsse darauf zu, wie schwach die Konkurrenz und das Programm mal wieder (leider) gewesen sein muss.
Dass der Inhalt des Films dann auch noch deutliche Parallelen zur realen Beziehung zwischen Kim Min-hee und Hong Sang-soo aufweist, muss man eigentlich nicht näher kommentieren. Eine peinliche und indiskutable Selbstbespiegelung.
Nachdem die bürgerliche Filmkritik diesen Streifen fast einhellig bejubelt hat, bleibt mir nichts anderes übrig, als einen Kontrapunkt zu setzen:
2/10