Review

Lachen, Heilen, Leben

"Lieber leben" folgt dem Alltag einiger Patienten in einem Rehazentrum für Rollstuhlfahrer und Gelähmte. Simpel, einfach, berührend. Komplett unsentimental und ehrlich wird aufgezeigt, was eigentlich selbstverständlich ist, es aber für uns alle leider doch nicht ist: hinter den Behinderungen und Rollstühlen und Krücken befinden sich Menschen wie du und ich. Nette, blöde, coole, fiese, lustige. Alles dabei. Eine kaum zu überschätzende Erkenntnis, die noch nie spielender und authentischer rübergebracht wurde. Ohne je seinen Ernst und seine automatische Traurigkeit zu verlieren. Platt gesagt eine bodenständige Mischung aus "Einer flog übers Kickucksnest", "Ziemlich beste Freunde" und "Schmetterling & Taucherglocke".

Kein Feel-Good-Film, eher einer über das Leben samt aller Auf und Abs. Selbstbewusst. Kraftvoll. Potent. Enorm wichtig. Eine echte Perle. Geradeaus und hervorragend gespielt. Ich habe keine Ahnung ob ein paar Darsteller ihre Behinderungen wirklich haben - so oder so ist es verdammt beeindruckend. Vor allem Hauptdarsteller Pablo Paul als Ben gibt die komplette Palette des Regenbogen inklusive Schatz am Ende. Obendrauf gibt es einen souligen Rapsoundtrack mit viel NaS und Power. Das passt einfach. Liebe, Hoffnung, Traurigkeit. Gehört alles zu unser aller Leben. Und daher wird weit mehr vermittelt und transzendiert als nur der Blickwinkel aus dem Rollstuhl oder Krankenbett.

Fazit: selten wurde ein trauriges, schwieriges und ernstes Thema derart leichtfüßig und aufmunternd angepackt, ohne nur eine Minute kitschig zu werden oder zu dick aufzutragen. Eine Reha, die wirklich etwas bringt. Frankreich liefert weiterhin immer mal wieder sehenswerte Happen und wichtige Themen. 

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