German Wunderkind
Lost, M, Stranger Things, Tatort, Predestination, Twin Peaks, The OA, Westworld, 12 Monkeys, Chernobyl - von all diesen zum Teil modernen, zum Teil absoluten Klassikern befindet sich gefühlt etwas DNA in „Dark“. Und dennoch ist der massive deutsche Netflixhit sein ganz eigenes, herausragendes Biest. Zeitreisen, Erbschuld, Schicksal, Zufall, Bestimmung, Tod, Leben, Kindermord, Klangwelten, Unbehagen, Leiden - alles faltet sich in „Dark“ zu einer faszinierenden, tiefgründigen Collage. Eine Jahrzentserie. Und wahrscheinlich die insgesamt beste aus deutschen Landen bisher, das Stärkste, was man auf Netflix finden kann. Ja, bei „Dark“ kann man mit Superlativen nicht sparen. Was mich an dieser komplexen Serie/ersten Staffel besonders in seinen Bann geschlagen hat?
+ kurz gesagt: vom Vorspann über die Darsteller und das Konzept bis hin zum Look oder den Überraschungen: alles!
+ heftig guter, treibender, hypnotischer und oft auch experimenteller Score, den ich mir sofort auf Vinyl gesichert habe
+ eine deutsche Produktion, auf die man stolz sein kann, die Maßstäbe setzt und mit der internationalen Spitze locker mithalten kann
+ verdienter Hype und dennoch noch immer irgendwie Geheimtipp und sehr speziell
+ extrem interessantes Zeitreisekonzept
+ einige urdeutsche Themen, dennoch universell, menschlich und international hochgezogen
+ macht sofort süchtig
+ breitet sich langsam aber sicher immer komplexer aus
+ starke Jungdarsteller
+ unfassbar viele Fragen/Geheimnisse
+ viele bekannte deutsche Gesichter
+ verquirlt bekannte Muster zu etwas ganz Neuem
+ macht enorm neugierig/unendlich viele Möglichkeiten für die Zukunft (und Vergangenheit)
+ höherwertigerer Look kaum vorstellbar
+ Folgen haben genau die richtige Länge
+ besseres Sci-Fi-Writing kaum auffindbar
+ themenreich, vielfältig, tiefgründig
+ spürbar aus einer Feder, aus einem Kopf
+ gruselig, dramatisch, faszinierend
+ mit Nichts da draußen wirklich vergleichbar
+ manchmal schon zu komplex?!
+ würdigt Konzentration und Geduld
+ Winden ist ein nachvollziehbares und creepy Phänomen/Paradoxon
+ Stil der Sounds und Dialoge ganz eigen, nie ganz perfekt und sehr authentisch
+ ein Mindfuck, wenn es denn je einen gab
+ „Stranger Things“ für Erwachsene und Schlaue?! ;) (obwohl ich auch „ST“ liebe!)
+ feuchter Traum für Rätselfans
+ verläuft sich (noch?) nicht im eigenen Labyrinth
+ ein Enigma, eine Aura, ein pulsierendes Puzzle
+ Namen und Gesichtsmerkmale behalten zahlt sich aus/ein Muss!
+ exzellente Besetzung durch alle Zeitebenen
+ fordernd, fördernd, keine Kompromisse eingehend
+ fängt die einzelnen Epochen toll ein
+ coole Songs
+ durchaus harte, brutale, schockierende Momente
Fazit: für mich auf dem besten Weg zur besten, faszinierendsten deutschen Serie aller Zeiten. Komplex, düster, stylisch, interessant, anders. „Dark“ ist ein süchtigmachendes Meisterwerk und auf ewig ein mehr als würdiger deutscher Vertreter und Türenöffner auf Netflix! Finsteres Feinschmeckerfernsehen. (10/10)