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Als Zuschauer ahnt man schon gleich zu Beginn, dass man es hier mit einer echten Billigproduktion zu tun hat. Zunächst erscheint im Vorspann als Titel des Films THE SNAKE HOUSE, dann der Hinweis "Supervised: Lucio Fulci", gefolgt von einer weiteren Titeleinblendung. Da heißt der Film dann allerdings BLOODY PSYCHO (THE SNAKE HOUSE). Was man dann in den folgenden 90 Minuten zu sehen bekommt, ist, egal unter welchem Titel, kaum der Rede wert.
Der Arzt und Parapsychologe Dr. Werner Vogler kommt in ein kleines italienisches Dorf, um eine gelähmte Frau zu behandeln und gleichzeitig die mysteriösen, scheinbar übernatürlichen Vorgänge in einem nahegelegenen Schloss zu untersuchen. Nachdem bereits der Verwalter des Anwesens von einer unheimlichen Gestalt ermordet wurde, werden immer wieder verstümmelte Leichen in der Nähe des Schlosses gefunden. Schließlich steht Vogler einer halbverwesten, untoten Kreatur gegenüber, die sich für ein in der Kindheit erlittenes Trauma an ihren Angehörigen und Nachkommen rächen wollte. Mit Hilfe von Hexerei war es ihr gelungen, von den Toten aufzuerstehen. Unter Aufbietung aller seiner Kräfte gelingt es Vogler, das Wesen zu vernichten.
BLOODY PSYCHO (oder wie?) ist ein langatmiger Film, dessen mühsam auf "geheimnisvoll" getrimmte Handlung sich träge dahinschleppt und viel Geduld vom Zuschauer fordert, zumal das Ganze nur wenig Sinn ergibt. Neben einigen kaum erwähnenswerten Blut- und Ekeleffekten (so wird einer Frau die Zunge herausgerissen), zeichnet sich der Film durch erheblichen dramaturgischen Leerlauf aus, manifestiert in zahlreichen Szenen, in denen die Protagonisten sinn- und planlos durch düstere Gänge und Gassen schleichen oder endlose Dialoge führen. Die nervtötende, amateurhafte Synchronisation tut ein Übriges dazu, dass sich diese Dialogszenen am Rande des unerträglichen bewegen. Da passt es ins Bild, dass der stoische Hauptdarsteller scheinbar nur über einen einzigen Gesichtsausdruck verfügt, mit dem er sich durch den ganzen Film bewegt.
Welche Rolle Lucio Fulci bei diesem Werk gespielt hat, ist letztlich kaum zu klären. Angeblich war er Co-Regisseur und für die blutigen Effekte zuständig. Wahrscheinlich hat er aber auch nur seinen Namen zur besseren Vermarktung des Films hergegeben.
Die einzigen Pluspunkte, die BLOODY PSYCHO zu bieten hat, sind einige wenige, recht gelungene atmosphärische Einstellungen, sowie die Mitwirkung von Genre-Legende Paul Muller in einer kleinen Rolle. Zu wenig, um einen ganzen Film zu tragen.
Das Bild der DVD von Screen Power, leider nur im Format 1:1.33, ist eigentlich recht gut, besitzt eine ausreichende Schärfe und rauscht kaum, doch in den vielen dunklen Szenen macht sich ein mangelnder Kontrast negativ bemerkbar, so dass satt Schärfentiefe nur dunkle, flächig wirkende Flecken bleiben. Auch hier wäre mehr möglich gewesen.

DÜSTER, ERSCHRECKEND, UNERKLÄRLICH! (Video)

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