Review

Der von nicht Wenigen mit Spannung erwartete, weil skandalumwitterte 77. Fall des Münchener Ermittler-Duos Batic/Leitmayr führt unter der Regie Philip Kochs in die Porno-Branche. Dabei versucht dieser „Tatort“, sich möglichst unaufgeregt und wertungsfrei mit dem Milieu auseinanderzusetzen und präsentiert nicht nur anhand des Umfelds der in den Fall Verwickelten ein breites Meinungsspektrum zum Thema, sondern lässt auch die beiden Ermittler in üblicher Dialogmanier zueinander konträre Standpunkte vertreten – was bisweilen etwas sehr erzwungen wirkt. In Bezug auf Brancheneinblicke und Realismus in Form nackter Tatsachen und Vorgänge bei Pornodrehs lotet dieser „Tatort“ aus, was mittlerweile (wieder) zur Hauptsendezeit im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen geht, während die unsäglichen Drehbuchautoren einmal mehr Kapriolen schlagen und eine hanebüchene, unwahrscheinliche Räuberpistole als realitäts- und gegenwartsbezogene Episode aus dem Dienstalltag deutscher Kripobullen zu verkaufen versuchen. Leisere Zwischentöne wie die Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Warum und nach Verständnis für die pornodrehenden Frauen liefern vorsichtige Reflektions- und Erklärungsansätze – mehr aber auch nicht.

Details
Ähnliche Filme