Review
von Leimbacher-Mario
Furcht, Fake, Fame
Ich mochte „The Houses October Built“ - fast mehr als Übersicht/Einführung über/in eine Community und einen Wirtschaftszweig wie als waschechten Found Footage-Schocker. Danach war ich gespannt, wie Part II die Geschichte und Themen fortführen würde. Und ob ein Sequel überhaupt sein gemusst hätte, da Teil 1 auch sehr gut alleine hätte stehen können. Doch auf Grund dessen Erfolges (vor allem in seinem Heimatland) war ein Weitermachen kaum umgänglich, sodass drei Jahre später diese Fortsetzung nachgeschoben wurde. Inhaltlich setzt diese nahtlos an, offenbart direkt mal, dass das „lebendige Begraben“ im Finale doch nur fake war und alles nur eine große Aktion der legendären „Blue Skeleton“-Gruppe. Ein Jahr später ist das Internetvideo dieser Aktion viral gegangen und unsere Angstsucher und Hobbyfilmemacher kommen (trotz anfänglicher Bedenken und Streits) erneut zusammen, um die gruseligsten Spukattraktionen in den Staaten zu besuchen. Dieses Mal oft gegen Bares und als kleine Promis in der Szene. Aber das ist natürlich auch den blauen Totenköpfen nicht entgangen, die wieder im Hintergrund ihre Fäden zu ziehen scheinen...
Nahezu deckungsgleich aufgebaut wie das Original - nur offensichtlich faker und weniger gruselig. So könnte man „THOB 2“ beschreiben. Die Stimmung im Team stimmt zwar noch, einige Spukhäuser und Angstattraktionen schauen echt interessant aus, bei den Twists und Turns hat man sich schon etwas gedacht (obwohl sie durchaus sogar Teil 1 abwerten/verändern können) - doch im Endeffekt fehlt für mich hier jeglicher Wow-Effekt. Ich würde nicht unbedingt direkt von einem dreisten Cash-In sprechen, aber alles hat man schon effektiver gesehen, es wirkt nun eher wie ein Aufguss mit leichten Verschlimmbesserungen. Das „Posterchild“, die Dame mit der Porzellanmaske, kommt viel zu spärlich bis gar nicht (!) vor. Die Drohnenshots wirken billig und unpassend. Alles wirkt gestellter denn je (wenn zum Teil auch gewollt). Und das Halloweenfeeling stellt sich irgendwie viel, viel weniger ein. Außerdem fehlen die wirklich gruseligen Interviews und Persönlichkeiten. All das lässt die absolute Lust auf einen dritten Teil etwas in Luft aufgehen. Selbst wenn es mich alleine deshalb neugierig macht, um zu wissen, wie man sich aus dieser Zwickmühle hinausmanövriert und (noch viel wichtiger!) wie man sich nicht nochmals wiederholt. Vielleicht mal komplett die Art und den Blickwinkel wechseln, wie es das „[Rec]“-Franchise zwischendurch gemacht hat. Oder eben, wenn keine wirklich starke Idee am Start ist, mit dem „unbedingt weitermachen“-Drang einfach aufhören. Das wäre stark und mutig. Denn Teil 2 leidet jetzt schon arg unter Ermüdungserscheinungen...
Fazit: mehr meta, mehr Budget, mehr Spukhäuser, mehr Überraschungen - aber im Endeffekt weder so frisch noch so spannend wie der Vorgänger. Kann man gucken, als Einführung in die aktuellen, immer extremer werdenden Facetten von US-Spukhäusern ist das noch immer nice und ich bin schon noch etwas gespannt, wo sich die Reihe (immerhin auf vier Teile konzipiert!) hinentwickeln könnte. Aber irgendwie ist Teil 2 eine milde, zahnlose Enttäuschung... Seek Out Hellbent?! Eher nicht.