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Etwa zeitgleich zu „Geostorm“ darf natürlich nicht die Antwort von Asylum ausbleiben, welche wahrscheinlich in Windeseile und ohne genaueres Nachdenken zusammengeschustert wurde. Autor und Regisseur Thunder Levin, der sich bezeichnenderweise für alle „Sharknado“-Teile verantwortlich zeichnet, hantiert dabei mit Spezialeffekten, die man in den 50ern besser hinbekommen hätte.

Matt und sein Sohn Rick befinden sich soeben beim Camping, als sich ein Himmelskörper komplett durch die Erde bohrt und Lava in der Arktis freisetzt. Es folgen weltweite Erdbeben und Tsunamis. Derweil versuchen Vater und Sohn zu Frau und Geschwistern zu gelangen, bevor eine gewaltige Flutwelle die Ostküste erreicht…

Immerhin bleibt Asylum der gewohnten Linie treu und versucht erst gar nicht, dolle Effekte aufzufahren. Zur Veranschaulichung aktueller Ereignisse bemüht man ein Model der Erde und zeichnet darauf etwa die Windströme oder den Einschlag ab, während Bilder globaler Destruktion ausgespart werden. Die Figuren bleiben komplett austauschbar, wobei dysfunktionale Patchworkfamilien immer einen jammernden und zuletzt kitschigen Dramenanteil einfließen lassen.

Zwei, drei parallel ablaufende Handlungsstränge sorgen dennoch für ein flottes Tempo und ein wenig Abwechslung, während die meisten Effekte ausschließlich Trashfans ansprechen dürften. Erdbeben mit Rissen in Straßen und zerfallenden Bauten sind noch okay gestaltet, doch warum müssen zwei Kletternde per CGI auf einen Hügel projiziert werden, was wie ein C-64 Spiel aussieht? Und warum bleibt ein Fahrzeug im Lavastrom unbeschadet? Wieso schmilzt das Eis neben der Lava nicht und warum performen nahezu sämtliche Darsteller mit versteinerter Mine?

Zumindest funktionieren die Funkgeräte, ein eingeklemmtes Bein bleibt trotz der Last von Tonnen aus Beton nahezu unbeschadet und wenn der Tsunami anrollt, kann man auch mal die Motorräder beiseite legen und mit sportlichem Ehrgeiz die letzten Meter den Berg hinauf gehen. Herrlich hanebüchen auch die Anekdote über eine Bergtour, bei der eine Frau einen Arm verlor, diesen jedoch mitnahm und ihn später (…) im Krankenhaus wieder annähen ließ.
So spricht man Teenagern in prekärer Lage natürlich Mut zu.

Was neben den Wetterkapriolen wirklich wütet ist der Score, der kaum eine Atempause einlegt und marschiert, als sei die Stunde Null in geballter Form im Anmarsch. Dabei sind zwei die meiste Zeit im alten Militärjeep unterwegs, während die Damen auf einem Dach stehen und abwechselnd das Funkgerät und das gegenseitige Verständnis bemühen.
Allerdings stimmt das Timing, denn just nachdem der Vater seinem Sohn neben ihm versichert: „Ich werde niemals zulassen, dass dir irgendwas passiert“, knallt dem ein Felsbrocken gegen die Birne.

Zweifelsohne muss man ein Faible für die billige Trickkiste von Asylum mitbringen, denn die CGI sind fast durch die Bank unterste Kajüte und auch die Kamera wackelt bei einigen Temposzenen merklich. Storytechnisch ist nichts Originelles auszumachen, nur das konstant flotte Tempo und die unfreiwillige Komik reißen es ein wenig heraus. Irgendwie hätten dem Szenario ein paar Haie gut getan…
5 von 10

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